Nur noch fünf Jahre Zeit

Es wird schlimmer. Und schlimmer. Aber es interessiert anscheinend niemanden. Ich könnte ausrasten. Es ist so offensichtlich, es steht außer Frage und trotzdem passiert…NICHTS. Was ist da nur los? Es macht mich so  wütend.

Aber der Reihe nach. Vor einigen Tagen las ich einen Artikel im Freitag. Er handelte vom Klimagipfel in Südafrika, der heute beginnt. Eine wichtige Veranstaltung – aber wahrscheinlich mal wieder wirkungslos. Dabei werden die Zahlen nicht besser. Immer dramatischer klingen die Warnungen der Klimaforscher: Wenn sich nichts ändert, dann steuert die Welt auf eine Erwärmung um ganze sechs Grad zu. Als gerade noch erträglich gelten zwei Grad. Um die zu erreichen, bleiben uns gerade mal fünf Jahre. Schon lange arbeiten die Politiker auf internationaler Ebene bereits daran, einen Durchbruch zu erzielen. Bisher blieb der aber aus. Streitpunkte sind zum Beispiel die mangelnde Kooperationsbereitschaft der USA und die Beteiligung der Entwicklungsländer, die ja – wenn überhaupt – erst auf dem Weg sind, Klimagase zu produzieren, wahrscheinlich aber am stärksten unter der Klimaveränderungen zu leiden haben werden.

Es will nicht in meinen Kopf

1997 wurde das Kyoto-Protokoll beschlossen, ohne die Entwicklungsländer. Ein neues Vertragssystem scheiterte 2007 auf Bali. Der Gipfel in Kopenhagen brachte 2009 auch keine Ergebnisse. Die Wissenschaftler fordern indes eine Halbierung der weltweiten Emissionen bis 2050.

Jetzt, beim Schreiben dieser Fakten, geht es wieder los. Die Wut sammelt sich in meinem Bauch. Ist es tatsächlich möglich, dass keine Ergebnisse erzielt wurden, obwohl die Situation so unglaublich bedrohlich ist? Wie kann das sein? Es will einfach nicht in meinen Kopf, dass nationale (Wirtschafts-)Interessen wichtiger sein können, als die Rettung unserer Umwelt, unseres Planeten – der Welt, in der wir leben. Meine Wut klingt vielleicht naiv. „Ja, so ist das nun mal – solche Entscheidungen trifft man nicht von heute auf morgen. Geld regiert die Welt.“ Mag sein.

Gefährliche Ruhe

Aber ist das ein Grund, diese Entwicklung hinzunehmen? Ich habe das Gefühl, die Menschen haben sich an die schlechten und unbedeutenden Nachrichten von den Gipfeln gewöhnt. Sie erwarten nichts mehr. Auch im Freitag-Artikel heißt es bereits, dass vom nächsten Gipfel wieder keine bahnbrechenden Vereinbarungen zu erwarten sind. Das haben wir schon so oft gehört, es ist nichts Besonderes mehr. Und das ist fatal. Denn es geht um unsere Lebensgrundlage, es geht um die Zukunft des Planeten. Im Grunde kann es kaum etwas Wichtigeres geben. Die Menschen müssen sich wieder empören über das, was dort auf der internationalen Politik-Bühne geschieht – denn es geht doch alle etwas an.

Eigene Handlungsspielräume

Ich hoffe inständig, dass es in Durban endlich Ergebnisse gibt. Bis dahin muss ich meiner Verärgerung irgendwie Luft machen…das letzte Mal bin ich joggen gegangen und habe danach diesen Text geschrieben. Das hat geholfen, zumindest vorerst. Immer wieder muss ich mich daran erinnern, dass ich mich bereits bemühe, den Klimaschutz in meinem Leben umzusetzen: Durch meine Ernährung, meine Art der Fortbewegung, durch den Wechsel des Stromanbieters. Jeder hat Handlungsspielräume – aber sie sind nunmal begrenzt. Deswegen dürfen wir die großen Entscheidungen nicht aus den Augen verlieren und uns einfach nicht an die schlechten Nachrichten gewöhnen. Es geht auch anders.

Da fällt mir ein: Empört euch!

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10 Kommentare zu “Nur noch fünf Jahre Zeit

  1. Du hast ja sooo recht

    Wenn ich mir dann überlege, dass in den USA noch darüber diskutiert wird, ob es einen (menschgemachten) Klimawandel überhaupt gibt, könnte ich echt ausrasten.
    Das hat auch mit wirtschaftlichen Interessen nichts zu tun, sondern schlicht und ergreifend mit unglaublicher Dummheit und Arroganz.
    Was passiert denn mit der Wirtschaft wenn die Natur den Bach runter geht? Ich glaube nicht, dass die dann besonders floriert.
    Der Mensch muss endlich begreifen, dass er ein Teil der Natur ist und dementsprechend nur in einer – zumindest einigermaßen – intakten Natur überleben kann.

  2. @ Bernd.
    Eigentlich ist das schon fast Zynismus.
    Der Regenwald ist ein einzigartiges Juwel und es gibt genügend viele Gründe, die zeigen, dass es sich lohnt, ihn zu erhalten. Allein schon, was das Ausschöpfungspotenzial für Medikamente, für Technologien usw. betrifft. Das müsste selbst dir einleuchten… Daher glaube ich, die Menschheit würde dann schon dumm gucken und wissen, dass sie etwas sehr wertvolles zerstört hat.
    Und selbst wenn der Klimawandel durch Menschenhand nicht bewiesen ist, sollte man doch wenigstens vorsorglich etwas entgegen steuern. Und ich meine, das ist nicht blinder Aktionismus. Es ist nämlich wie bei der Gewaltspirale, je weiter man hineingetrudelt ist, desto schwerer kommt man wieder heraus. Und glaubt man den Wissenschaftlern, dann ist das nicht mal eine kleine veränderte Klimalage, sondern etwas zuvor noch nie dagewesenes. Ich glaube, das Schlechteste was man machen kann, ist gar nichts zu tun.
    Das Rauchen Lungenkrebs verursacht, kann auch nicht zu hundertprozent wissenschaftlich bewiesen werden. Trotzdem glaube ich, das Rauchen schlecht für mich ist. Und eine saubere, nachhaltigere Wel, wäre mir lieber, als dieser destruktive Wahnsinn.

  3. Genauso gehts mir auch! Ich kanns auch nicht glauben, dass Menschen, die zum Beispiel wenigstens die Sache mit der Überfischung der Meere kapiert haben, keinerlei Konsequenzen ziehen! Und auch die Klimasache (es ist total albern zu behaupten, der Mensch habe keinen EInfluss)…einfach alles unfassbar. Ich werde morgen einen Beitrag in meinem Blog zum Thema Regenwald posten. Hab mich mit dem Thema mal auseinandergesetzt.

  4. Bernd,

    bitte schau dir mal diese Grafik an: http://www.biokurs.de/treibhaus/CO2-Dateien/image061.png
    Sie zeigt die Temperatur und den CO2-Gehalt über die letzten 420.000 Jahre. Deutlich zu erkennen ist, dass alle paar Tausend Jahre die Temperatur um mehrere Grad schwankt. Damit zusammen hängt, im Diagramm erkennbar, auch der CO2-Gehalt der Atmosphäre.

    Die Meere Speichern einen je nach Temperatur mehr oder weniger großen Teil des Kohlenstoffdioxid. Bei steigendem CO2-Gehalt in der Luft speichert das Meer auch gößere Mengen in Form von Kohlensäure. Eine Übersäuerung und daraus resultierend absterbende Pflanzen und Tiere sind die Folge.

    Der rote Strich, der ganz rechts im Diagramm fast senkrecht nach oben steigt, fliegt ganz klar aus dem natürlichen Rhytmus raus.

    Diese Grafik ( http://www.umweltbrief.de/neu/html/CO2-Ausstoss_weltweit01.jpg ) zeigt den eben geschilderten „Strich“ in höherer Auflösung. Dass die CO2-Emmissionen stark vom Menschen beeinflusst werden, ist ebenso an den angegeben Punken (diverse Öl- und Wirtschaftskriesen) erkennbar.

    Die Folge für die Umwelt und die Auswirkungen auf Tier und Mensch vermag ich mir nicht auszumalen.

    Ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen Einblick in die Thematik verschaffen und dass auch du die vom Menschen gemachten CO2-Ausstöße (ein)siehst.

    Als Mensch bist du von der Natur abhängig, schließlich atmest du Luft. Und vielleicht findest du auch Gefallen an einem Urlaub am/im Meer oder in Wäldern oder all den Orten, die es bei noch weiter fortschreitenen CO2-Emmisionen bald nicht mehr geben wird, bzw. nicht ohne Schutzmaßnahmen betretbar sein werden. Vielleicht wünschst du dir (oder hast schon) Kinder. Sollen die oder ihre Kinder und Kindeskinder in einer so tristen Welt aufwachsen?!

    Grüße…

    • Bernd hat eigentlich Recht! Es ist noch lange nicht bewiesen, wer diese Erderwärmung verursacht. Richtig ist auch, dass die Temperatur und die Kohlenstoffdioxid-Konzentration periodisch schwankt und man kann auch einen Zusammenhang zwischen der Temperatur und dem CO2-Gehalt feststellen.
      Es gibt so etwas, das sich Kohlenstoffzyklus nennt. Für Laien und Leutemit dem Erdmännchensyndrom sei gesagt: Die Erde erwärmt sich und kühlt wieder ab, dabei kommt immer mal wieder zu mehr oder weniger ökologischen Schäden und das ist auch GUT so!!! Die Temperatur ist nicht primär von irgendeinem Treibhausgas abhängig, die sitzen nämlich nicht in der Ecke und heizen, es sind immer elektromagnetische Wellen, hierbei von der Sonne. Falls diese mal nicht so sehr strahlt und es zu einer Eiszeit kommt ist die Erhöhung des CO2-Gehalts der entscheidende Faktor, der die Erde wieder erwärmt. Wäre das nicht paar Mal in der Erdgeschichte passiert würde es dich, euch und uns alle nicht geben! Das man jetzt Angst hat ist normal, stellt euch mal vor wer zuerst ausstirbt, falls sich das Klima wirklich ändert? Wir natürlich, die am besten angepasste Spezies, in Hinsicht auf die temporär Umweltbedingungen!
      Stellt euch mal vor, dass die humae Emmision von solch bösen Gasen gar nicht Schuld an der ERderwärmung ist. Dann wäre das aber eine geile ökonomischee Nische um richtig viel Geld damit zu machen. Und das über Generationen! Denn bis zum nächsten klimaischen Supergau können noch tausende Jahre vergehen.

  5. Ach komm schon. Ist das jetzt kein Thema, in das sich wissenschaftliche Meinungen einbauen dürfen oder sollen? Interpretierst du diesen Beitrag etwa nicht wissenschaftlicher Natur? Oder soll man hier nur stets emotional und semi-wissenschaftlich kommentieren. Ich an deiner Stelle würde nicht immer nur auf ein Mainstream-Medium zurückgreifen und verweisen. Wie wäre es mal falls man sich anderen Kulturgütern beedient… wiee Bildung beispielsweise und sich mal informiert! Falls du nicht Auto fährst benutzt du dein Rad und somit auch aspahltierte Straßen. Falls du nicht Fleisch konsumierst, ernährst du dich womöglich vom Fertigprodukt no1 dem Tofu und radierst den Regenwald aus, damit dort Joja wachsen kann. Vermutlich besitzt du auch keinen Stoffwechsel und atmest auch keinen CO2 aus, oder hast noch nie Papier beschriftet. So viel Umweltschutz in einer Person. Und die Sache mit dem Kopfschütteln interpretiere ich mal als ein übergestelltes, reflektierendes Denken deinerseits. Bei dir hat die Indoktrination echt geklappt.

  6. der mensch schafft es sicherlich einen teil der menschheit aus einer klimaveränderung herauszuholen, egal wie die ursachen sind. da habe ich keine bedenken.

    die wissenschaftlich exakte bestimmung der klimaänderung ist sicherlich noch nicht abgeschlossen um endgültige aussagen zu machen.

    dennoch: nicht immer ist das abwarten sinnvoll.
    ingenieure, wissenschaftler, …. werden auch grenzen des machbaren erfahren.

    emphatie (und die konsequenzen) für das bewusstsein (für alle menschen) kann nicht schaden. wir sind nun mal vernetzt. prophylaktisches denken und handeln ist viel wert.

    homo sapiens muss sich erst einmal global denkend beweisen und die verbindung schaffen zwischen vor-, nach- und bedenken. das sind grundlagen zum handeln. das gilt fürs individium und die gesellschaft.

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