Prost Mahlzeit!

Es war ein Festessen. Die vegane Matinee bei der Globalen Filmwoche von Attac Campus Würzburg war ein voller Erfolg: Um die 50 Leute besuchten unser Buffet und schlemmten, was das Zeug hielt. Auswahl gab es schließlich genug. Auf drei Tischen hatten wir allerlei Leckereien ausgebreitet…

Von links nach rechts ging es von den Salaten (Quinoa, Rote Beete, …) zur Rohkost mit verschiedenen Dips (die Reste vernasche ich gerade auf meinem Pausenbrot) über kleine Mini-Pizzen weiter zur Brotstation mit frisch gemachten Aufstrichen aus Kürbissen, Lauch/Paprika und Linsen/Cashew (gewonnen hat aber eindeutig die Schoko-Mandel-Creme). Zum Nachtisch gab es vier verschiedene Kuchen: Schoko, Apfel, Schoko-Rotwein und Schoko-Kaffee. Vom Apfelkuchen hab ich mir gleich noch ein großes Stück gesichert – und am nächsten Tag bei der Arbeit vernascht. Auf dem letzten Tisch standen die Getränke: Säfte, Tee und frisch aufgebrühter Kaffee, natürlich alles fair gehandelt.

Eine Geschmacksexplosion

Unsere Sorgen, dass unsere Vorräte nicht reichen, waren natürlich unbegründet. Alle wurden mehr als satt – ich konnte bis zum späten Abend nichts mehr essen. Bevor die Gäste gingen, kamen viele noch einmal vorbei und bedankten sich für das tolle Angebot. Es sei eine Geschmacksexplosion gewesen, sagte einer von ihnen. Wurst und Käse hätten hier überhaupt nicht hingepasst – viel zu gewöhnlich.

So etwas hört man natürlich gerne. Es ist eben doch ein Unterschied, ob man gute (Bio-) Zutaten zusammensucht und alles frisch zubereitet oder sich von dem üblichen Kram aus dem Supermarkt ernährt. Das schmeckt man einfach. Und wenn so etwas Leckeres gleichzeitig noch die Welt verbessert – was will man mehr?!

Die tägliche Entscheidung

Die Stimmung insgesamt war super angenehm. Bei meiner kleinen Eröffnungsrede (als einzige Veganerin in der Gruppe war ich ja sozusagen prädestiniert dafür) schauten mich so viele interessierte und offene Gesichter an, dass die Aufregung schnell verflog. Ich erklärte kurz, worum es uns bei dem Buffet geht und warum unsere tägliche Entscheidung für den bewussten Konsum von Lebensmittel so wichtig ist – und natürlich, dass die Matinee der Beweis dafür ist, dass veganes Essen nichts mit Verzicht zu tun hat, sondern einfach lecker ist.

Während ich durch den Raum schlenderte und ein Auge auf das Buffet hatte, hörte ich immer wieder kritische Gespräche und Diskussionen. Anscheinend beschäftigte unsere Gäste sehr, was sie da gerade aßen und warum das so eine gute Sache sein soll. Einige schauten auch in die Broschüren zum Thema Veganismus, die ich ausgelegt hatte. Es würde mich ja mal interessieren, wer zu Hause nun auf Fleisch und/oder die übrigen Tierprodukte verzichtet. Nur leider lässt sich das  kaum herausfinden. Aber ich bin sicher, dass viele sich bei einer Wiederholung nochmal anmelden würden.

Schöne Erfahrung

Und was lernen wir jetzt daraus? Auf jeden Fall, dass sich der Aufwand lohnt. Die ganze Arbeit, die wir in die Matinee gesteckt haben, hat sich ausgezahlt – nicht nur finanziell, auch ideell. Schließlich sind jetzt wieder eine Menge Leute mit bewusstem Konsum (sei es von veganen, fair gehandelten oder Bio-Produkte) in Berührung gekommen und werden das sicher irgendwie in ihren Alltag einfließen lassen, egal ob bewusst oder unbewusst. Außerdem war es eine schöne Erfahrung, dass sich Leute treffen können, um gemeinsam zu essen und unvoreingenommen miteinander zu diskutieren. Denn genau solche Gespräche braucht es, um etwas zu bewegen. Die Veränderung beginnt nämlich nicht irgendwo, sondern hier. Direkt vor Ort. Auf unseren Tellern.

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Ein Kommentar zu “Prost Mahlzeit!

  1. Klingt alles wirklich toll! Schöner Bericht :) Solche Aktionen sind wichtig, um die Menschen zum Nachdenken anzuregen. Und selbst wenn nur ein paar Wenige etwas an ihren Gewöhnheiten ändern, so bedeutet es dennoch ein Gewinn für die Tiere, die Menschheit und den Planeten. Wer weiß, vielleicht berichten sie in ihrem Umfeld ganz begeistert von dieser Aktion und bringen somit kleine Steine ins Rollen, die irgendwann in einer Lawine enden?

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