Nachschlag gefällig?

So, mein erstes veganes Weihnachten ist fast vorbei – und ich muss sagen, ich bin froh. Es war zwar ziemlich spannend, für meine Familie zu kochen und zu backen und zu pürieren und zu schnibbeln und zu dünsten, aber vor allem war es eins: stressig.

Nicht nur, weil ein gewisser Druck auf meinem Drei-Gänge-Menü lastete, sondern auch, weil ich Heiligabend das nächste Mal nicht mehr in der Küche verbringen möchte – mit vier Pfannen und dem Backofen, die ich gleichzeitig beaufsichtigen musste. Das war für mich – als noch nicht so ganz erfahrene Köchin – wirklich nervenaufreibend.

Kleine Menü-Veränderungen

Aber trotzdem bin ich froh, dass ich mich um das Abendessen gekümmert habe, denn es kam besser an, als ich dachte. Statt der geplanten Kürbissuppe gab es eine Brokkoli-Mandel-Suppe, weil ich keinen Hokkaido mehr auftreiben konnte. Die kam schon mal super an – und war sehr unkompliziert. Ich hatte sie bereits am Nachmittag vorbereitet, so musste ich sie später nur noch aufwärmen. Zum Glück, schließlich musste ich mich um den Räuchertofu kümmern. Der badete zuerst in einer gewürzten Wasser-Mehl-Mischung und dann in gemixten Macadamias und Cornflakes. Die Kruste hat leider in der Pfanne nicht so gut gehalten, wie sie sollte. Möglicherweise habe ich die Zutaten nicht fein genug gemixt. Die Tofu-Filets wären mir auch fast angebrannt…am Ende waren sie innen noch relativ weich und die Kruste bröckelte ein wenig. Da würde ich mir beim nächsten Mal etwas anderes überlegen…vielleicht zuerst den Tofu so anbraten und dann noch einmal mit Kruste in die Pfanne schmeißen.

Super Sößchen

Mit der leckeren Pilz-Rahmsoße ließ sich die nicht ganz so perfekte Kruste des Tofus aber gut verstecken. Davon hätte ich ruhig noch ein wenig mehr machen können, denn sie war richtig, richtig gut. Die Sojasahne hatte nach dem Aufkochen eine tolle Konsistenz und zusammen mit Pilzen und Zwiebeln wurde sie richtig deftig. Sehr lecker! Die Beilage, die Vanille-Möhren, kamen auch gut an – allerdings nur bei denjenigen, die gerne was Süßes beim Essen haben. Ich fand sie super und meine Mutter auch. Sie war ganz erstaunt, wie leicht man sie zubereiten kann. Einfach klein schneiden, dünsten, eine halbe Vanilleschote, ein bisschen Agavendicksaft, Salz/Pfeffer – fertig! Für die anderen gab es noch einen Salat dazu und alle waren glücklich. Statt Kartoffel-Rösti habe ich mich übrigens für Wedges aus dem Backofen entschieden – pflegeleicht und immer unglaublich lecker.

Naschen erwünscht

Den Nachtisch haben wir einvernehmlich auf den nächsten Tag verschoben. Dummerweise habe ich nicht daran gedacht, das Eis ein wenig früher aus der Kühltruhe zu nehmen, damit ich es nochmal mixen kann. Deswegen habe ich nur ein wenig probiert und es dann wieder eingefroren – aber es kommt sicher noch in den nächsten Tagen zum Einsatz, denn die paar Löffel, die ich genascht haben, waren sehr vielversprechend. Und dabei ist es auch ein so leichtes Rezept. Schokolade, Kakao, Zucker und Sojasahne mixen – und ab ins Kühlfach. Was will man mehr?!

Für Spätentschlossene

Leider habe ich völlig vergessen, meine Kamera mit in die Heimat zu nehmen. Deswegen gibt es keine Fotos von meinen Küchenkünsten – wahrscheinlich hätte ich eh keinen Nerv gehabt, noch ständig auf den Auslöser zu drücken. Obwohl der Kuchen (Schoko-Cashew) schon sehr edel aussieht. Den könnte man allerdings auch noch perfektionieren, denn die Schokolade ist ein wenig zu dominant. Einfach etwas weniger – dann wäre es ein tolles Geschmackserlebnis!

Hier das Rezept – für alle, die zwischen den Tagen noch das Backfieber packt ;)

Für den Boden:

  • 600g Cashewkerne gemahlen
  • 110g Agavendicksaft
  • 80g Margarine flüssig
  • 100ml Reismilch
  • 4 EL Sojamehl
  • ½ Orange (geriebene Schale)
  • 1 Prise Salz

Für den Belag:

  • 350g Zartbitterkuvertüre
  • 150 ml Reismilch
  • 200 ml Sojasahne
  • 50 g Zucker
  • 10 Tropfen Orangenöl

Die Zutaten für den Boden verquirlen und den Teig auf ein halbes gefettetes Backblech streichen oder für ein ganzes Blech die Zutatenmenge verdoppeln. 25 Minuten bei 160 Grad backen. Die Zutaten für den Belag in einem Topf erhitzen, bis sich die Kuvertüre aufgelöst hat. Orangenöl ganz am Schluss hinzufügen und die Schokocreme auf dem Boden verstreichen. Ergibt 16 Stücke. Schmeckt gut gekühlt am Besten.

Wie gesagt – etwas weniger Belag würde es auch tun, ist wahrscheinlich sogar empfehlenswert. Ansonsten geht das Rezept ziemlich schnell und macht nicht viel Arbeit. Ausprobieren lohnt sich :)

Fazit

Es war ein spannendes Erlebnis, an Heiligabend als einzige Veganerin der Familie in der Küche zu stehen. Das muss ich aber definitiv nicht jedes Jahr haben ;) Also gibt es nächtes Jahr Raclette – für jeden was dabei und ebenfalls genug Möglichkeiten, die veganen Varianten unter die Familie zu mischen.

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