There is no alternative – Bildet Banden!

Auch das Interkomm-Netzwerk Nordhessen beteiligt sich am Blockupy-Aktionstag am 18. März 2015. Was die Kommune-Bewegung mit Krise und Protest zu tun hat:

Die Krisenanfälligkeit des Systems ist alternativlos!
Denn Kapitalismus ist eine dauerhafte Krise!

Das Bilden emanzipatorischer Netzwerke ist Grundlage alternativer Organisierung. Es geht um mehr als einen vornehmlich mentalen Ausstieg aus dem System, es geht um mehr als das Wissen, dass der Kapitalismus überwunden werden muss. Wir alle wissen, dass es so nicht weiter gehen kann. Doch alleine kannst du nicht aus dem System aussteigen. Dafür benötigst du tragfähige solidarische Strukturen. (Er-)lebbare Beispiele gegen Prekariat, isolierten Besitz, Zwangsräumungen und jeder anderen Form von Entsolidarisierung werden dringend benötigt. Einzeln bist du Teil des Systems, im Netzwerk Teil der Alternativen!

150 Menschen in vier Kommunen

Eines dieser Netzwerke möchten wir dir vorstellen: Das Interkomm-Netzwerk Nordhessen. Es besteht aktuell aus vier Kommunen im Raum Kassel, in denen etwa 150 Menschen leben. Sie leben in unterschiedlich großen Gruppen mit vergleichbaren Strukturen: Das Geld wird geteilt, das Einkommen aller geht in eine gemeinsame Kasse. Entscheidungen werden im Konsens getroffen. Die Produktionsmittel gehören allen. Allen gemein ist ein linkes Politikverständnis und sie tragen bei zur Entwicklung einer solidarischen Kultur.

In den vergangenen Jahren wurde eine solidarische Landwirtschaft aufgebaut. Auf diese Weise treten wir auch mit Menschen in Verbindung, die selbst nicht in Kommunen leben, die aber auch wissen, dass es so nicht weitergehen kann, dass wir gerechtere Produktionsbedingungen und ein wirklich nachhaltiges Verhältnis zur Natur brauchen. Zur Weiterentwicklung der solidarischen Landwirtschaft und um Land der Spekulation zu entziehen, haben die vier Kommunen in einem ersten Schritt fünf Hektar Land frei gekauft.

Kollektive und anderes Arbeiten

Wenn sich 150 Menschen in einer Region zusammenschließen (und es dürfen gerne noch mehr werden), dann entstehen daraus unter anderem eine Gärtnerei, eine Landwirtschaft mit Kühen und Hühnern, zwei Bioläden, eine Mosterei, ein Tagungshaus, eine Tagespflege für Menschen mit Demenz, ein Bildungskollektiv, eine Kindertagesstätte, eine Schlosserei und vieles mehr.  Wir nutzen mehrere große Räume, Tagungsmöglichkeiten und viele Gästezimmer. Wir haben Platz und Wiesen und Blumen im Garten.

Es wurden und werden in verschiedenen Arbeitsbereichen Strukturen geschaffen, die nicht der Ausbeutungslogik folgen. Wir wollen keinen Arbeitszeitstress und keine Burn-Outs, wir wollen keine miesen Löhne und auch keine hierarchischen Strukturen. Wir wollen auch keine modernen Arbeitsteams mit dem Anstrich kollegialer Sympathie, die am Ende doch nur dazu dienen, Produkte schneller und besser auf den Markt zu bringen und den Konkurrenten auszustechen. Wir schaffen Arbeitsbedingungen, die die Bedürfnisse der Menschen im Blick haben und ihren Fähigkeiten entsprechen.

Könnte so auch deine Vision aussehen?

Das Netzwerk entwickelt sich weiter und wird größer. Und zugleich öffnet es sich in die Gesellschaft. Die Möglichkeiten, die sich durch das Netzwerk bieten, stehen immer mehr Menschen offen. Es bilden sich weitere Netzwerke, kleine Nachbarschaften, sozial stabile Zusammenhänge. Die Netzwerke kooperieren miteinander und stellen ihre jeweiligen Fähigkeiten zur Verfügung. Diese Vision ist davon geprägt, dass die vielen Dinge, die im Überfluss vorhanden sind, nicht mehr privatisiert sind, sondern sich der Nutzung Vieler öffnen.

Es wird weniger produziert und mehr benutzt. Die Arbeitswelt verändert sich und gestaltet sich herrschaftsfrei. Die Menschen beginnen, mit zu entscheiden, fordern dieses Recht ein und geben es nicht mehr her. Das Leben selbst wird angeregt, durch das Gespräch, das Miteinander und die Kultur. Die bestehenden lokalen Verhältnisse verbessern sich zu Gunsten aller.

Auf diesem Weg laden wir Dich ein, mitzumachen. Wir unterstützen aber auch gerne Gründungsprozesse an anderen Orten!

Das Interkomm-Netzwerk Nordhessen besteht aktuell aus folgenden Gruppen:

Kommune Niederkaufungen
Gastwerke in Escherode
Villa Locomuna Kassel
Kommune Lossehof Oberkaufungen

Das Interkomm-Netzwerk ist Bestandteil der Kommuja, Netzwerk der politischen Kommunen.

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4 Kommentare zu “There is no alternative – Bildet Banden!

  1. Ich habe kein Einkommen, daher würde mich eine Kommune nie akzeptieren.
    Trotzdem überlebe ich!
    Ich bin schlicht im Sein, leider – oder vielleicht auch glücklicherweise? – ohne Artgenossen, die am selben Strang zögen.
    Wetten die Kommunen haben alle für ihre Mitglieder Krankenversicherung, Haftpflichtversicherung, Altersvorsorgeversicherung, wahrscheinlich mindestens ein Auto.

    Wo die Mitglieder teils ihre Löhne erarbeiten möchte ich gar nicht mehr nachfragen.

    Sorry – ich finde es nicht übel – doch ich finde es auch nicht unbedingt besonders konsequent.

    Anarchie light – gibt es wohl nicht!

    Auch in den Kommunen Deutschlands zählt nur der Mensch mit Kaufkraft und Eurogenerierungswillen!

    Wer sich dem Geldverdienen und der Verwaltungsmaschine verweigert, der kann nur als Obdachloser oder kluger Luftmensch überleben – ich sehe mich als Luftmensch – ich bin nicht klug, doch ich habe etwas Glück – ein Stück Land auf dem ich Gemüse anbauen kann und eine Hütte in der ich – noch – wohnen darf. (da bohren die Behörden schon kräftig – jüngst jedoch, ermöglichte mir eine liebe Artgenossin eine Meldeadresse – dafür putze ich einmal im Monat ihre Wohnung (ich wohne offiziell auch dort :-))))))) ……).

    Also – nicht übel nehmen die Kritik – ich wünsche jedenfalls immer mehr Autonomie – Schritt für Schritt aus dem System heraus – immer noch besser, als es gar nicht erst zu versuchen.

    Tipp – sollten mal Sonderlinge anklopfen, verscheucht sie nicht gleich – gebt ihnen eine Chance, ein warmes, trockenes Plätzchen und die Chance sich einzubringen, so sie möchten.

    Es gibt genügend Obdachlose die schlicht zu traurig sind, als dass sie noch jemandem vertrauen würden.

    Solidarität muss man leben, vor allem indem man die Schwächsten stützt.

    Die Güte fängt ganz Unten an, Oben herrscht die Grausamkeit sowieso, nutzen wir die Zeiten, wo sie ihre Verbrechen nicht direkt an uns heran tragen!

  2. Pingback: Gegen Gewalt – oder Gegengewalt? Solidarität mit dem militanten Widerstand gegen Kapitalismus & autoritäre Politik! #18M #Frankfurt #Destroika | @RevoTweets

  3. Pingback: blockupy ~ Scheiben klirren und ihr schreit, Menschen sterben und ihr schweigt | freeworld4all

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