Freiheit, die mensch nicht kaufen kann

„Ich könnte das ja nicht!“ Diesen Satz bekomme ich häufig zu hören, wenn ich davon erzähle, dass ich in einer gemeinsamen Ökonomie lebe. Es mutet für meine Gesprächspartner*innen wie ein Verlust von Freiheit an, wie ein unrechtmäßiger Eingriff in ihre Autonomie. In unserer Gesellschaft sind Freiheit, Autonomie und Selbstbestimmung wichtige Werte. Leider sind sie viel zu oft mit unseren finanziellen Möglichkeit verknüpft. Geld macht frei, auf eine bestimmte Art und Weise.

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Anarchismus heute

Es ist paradox: Viele Menschen versuchen, in ihren selbstorganisierten Projekten Herrschaftslosigkeit umzusetzen. Sie verwalten sich selbst, sie entscheiden im Konsens und setzen sich kritisch mit Hierarchien auseinander. Obwohl der Begriff des Anarchismus gut passen würde, taucht er trotzdem nur selten auf. Wir werfen deshalb einen Blick auf die anarchistische Bewegung in Deutschland: Wie ist sie organisiert und welche Projekte verfolgt sie?

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Noch Kunde oder schon Mitglied?

Ein antikapitalistischer Bio-Supermarkt – kann es so etwas überhaupt geben? Die Kollektivist*innen vom Mitgliederladen Oberkaufungen (Mila O.) stellen sich diesem Widerspruch zwischen politischem Anspruch und ökonomischer Realität. Sie verfolgen das Ziel, einen solidarischen Ort zu schaffen, um auf lokaler und globaler Ebene Veränderungen in Gang zu setzen. Und sie sind damit nicht allein.

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Eine solidarische Stadt für alle

In den letzten zwei Jahren hat sich im deutschsprachigen Raum eine neue Idee verbreitet: »Solidarity City«. Unter diesem Slogan haben sich in bislang 18 Städten und einem Landkreis Initiativen gegründet, die versuchen, praktische Antworten auf die Fragen nach einem guten Leben in der eigenen Stadt zu finden. Ausgehend von der prekären Situation Geflüchteter, die oft noch nicht mal ihre Grundbedürfnisse erfüllen können, sollen selbstorganisierte und solidarische Strukturen dafür sorgen, dass alle Menschen ein selbstbestimmtes Leben führen können.

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Mehr als fair: Handel auf Augenhöhe

In der aktuellen Diskussion über den Welthandel gibt es scheinbar nur zwei Optionen: nationalistischen Protektionismus à la Donald Trump oder uneingeschränkten Freihandel im Rahmen der WTO. Dabei gibt es längst praktische Ansätze, die ein gutes Leben für alle anstreben. Sie könnten die globalen Machtverhältnisse aufbrechen, weil sie den kapitalistischen Diskurs und dabei auch das Fairtrade-Netzwerk hinter sich lassen.

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Von meinem Körper lernen

Es war eine erschreckende Erkenntis, als ich mit 27 langsam zu realisieren begann, wie wenig ich eigentlich über meinen Körper weiß. Ich hatte die Pubertät schon lange hinter mir gelassen, ich hatte ein Studium und drei längere Beziehungen hinter mir. Doch da sollte noch einiges kommen: Schmerzen und unangenehme Stimmungsschwankungen, Unsicherheit und Ratlosigkeit, aber auch ein anderes Körpergefühl und eine neue Nähe zu mir selbst und anderen.

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Politisch aktiv sein und bleiben

Soziale Veränderung ist kein Sprint, sondern ein Marathon“, schreibt Timo Luthmann und nennt damit eines seiner wichtigsten Argumente für einen Nachhaltigen Aktivismus. Dieser sei notwendig, damit soziale Bewegungen auf lange Sicht erfolgreich sind und einzelne Aktivist*innen in ihrem Engagement nicht ausbrennen. In seinem Handbuch trägt Luthmann verschiedene Ebenen und Ansätze für einen Nachhaltigen Aktivismus zusammen und liefert damit ein „Baukastensystem“, an dem sich Aktivist*innen je nach ihren Bedürfnissen bedienen können.

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Eine Zeitung für Selbstorganisation

Manchmal öffnen sich Türen genau im richtigen Moment: Als ich an meiner Master-Arbeit saß, bekam ich das Angebot, die Koordination der Contraste – Monatszeitung für Selbstorganisation zu übernehmen. Und jetzt, ein paar Monate später, sitze ich tatsächlich an meinem Schreibtisch und versuche, die Juni-Ausgabe zu füllen. Es ist ein tolles Gefühl, wieder Zeitung zu machen. Und es ist ein noch tolleres Gefühl, eine solche Zeitung zu machen. Auch wenn unser Projekt sich immer wieder durchschlagen muss…

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B14 revisited: Hausbesetzung als Belletristik

Fast 30 Jahre liegen zwischen den beiden Geschichten, die in diesem Buch parallel erzählt werden. 1986 lernt der junge Krankenpfleger Emilio den Hausbesetzer Matthias kennen. Gemeinsam leben, lieben und leiden sie in einem besetzten Haus in Stuttgart. 2015 erbt Isa dieses Haus von ihrem verstorbenen Vater, den sie nie kennengelernt hat. Dort stößt sie auf den Musikfreak Rotze, der den ehemaligen Schallplattenladen inzwischen als Behausung nutzt.

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