Autonomie verteidigen – aber wie?

Es braucht nicht den großen Knall. Es braucht keine Zäsur, um unser Gesellschaftssystem zu verändern. Ein Systemwechsel kann auch als Übergang vonstatten gehen: Machtverhältnisse und die Regeln des Alltags verändern sich schleichend. Soziale Normen und Verhaltensweisen verschieben sich. Das kann eine Chance sein für mehr Solidarität und den Abbau von Herrschaftsstrukturen. Es kann aber auch eine große Bedrohung sein – sagen Michael Pauen und Harald Welzer. Ihr Buch „Autonomie – Eine Verteidigung“ lässt mich besorgt fragen: Sind wir schon längst wieder auf dem Weg in eine totalitäre Gesellschaft?

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Worte finden für das Unsagbare

Ich bin sprachlos – und genau deshalb muss ich versuchen, zu schreiben. Vielleicht hilft es, in meinem Kopf wieder ein wenig Ruhe einkehren zu lassen und meine Gedanken wieder zu fokussieren. Heute ist in der Stadt verkaufsoffener Sonntag. Juhu! Und ich sitze hier und denke: Was zur Hölle geht da draußen eigentlich vor? Wie kann es sein, dass es immer weiter geht, dass es immer schlimmer wird und wir – die vielen Menschen, die daran etwas ändern wollen – scheinbar keine Antwort darauf finden?

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Pro NRW: Die neue Taktik der Rechten

Keine Frage, es gibt genug Gründe, auf die Straße zu gehen. Täglich und überall. Und doch war es schon ein bemerkenswerter Zufall, dass just an dem Tag, an dem unser Bündnis „Dortmund solidarisch“ gegen die autoritäre EU-Krisenpolitik demonstrierte, auch eine Kundgebung der rechten Partei „Pro NRW“ geplant war. Auf den ersten Blick mag zwischen diesen beiden Veranstaltungen kein Zusammenhang bestehen. Doch Kürzungspolitik, Demokratieabbau und Angriffe auf die Grundrechte einerseits und Rechtspopulismus, rechtsextremes Gedankengut und faschistische Tendenzen andererseits lassen sich in der Krise nicht mehr voneinander trennen.

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Lektionen der Geschichte

Hin und wieder lohnt sich ein Blick zurück. Ein Blick auf die eigene Geschichte, die Erfolge und Misserfolge der Vergangenheit und auf mögliche Lehren, die daraus gezogen werden könnten. Insbesondere die Bundesrepublik wird daran immer wieder erinnert. Vergangene Woche erst jährte sich die Machtübergabe an Adolf Hitler zum 80. Mal. Grund genug, die historischen Fakten aus einer aktuellen Perspektive zu betrachten – nämlich mit Blick auf die Finanzkrise.

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Wir, die Nervensägen

Alles ist gut. Keine Sorge. Krise? Ja, wo ist sie denn? Die Medien werfen uns tagtäglich apokalyptische Meldungen um die Ohren – und doch scheint bei der wohl verdienten Shoppingtour durchs sommerliche Städtchen alles seine gewohnten Bahnen zu gehen: Die Einkaufstüten in der einen, die Currywurst oder das Eis in der anderen. So lässt es sich doch leben, oder? Störungen sind da unerwünscht. Stress und Trubel hat man unter der Woche schon genug, da möchte man doch zumindest in Ruhe das Wochenende genießen.

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