Der Anarchismus und die Revolution

Als ich begann, mich mit dem Anarchismus auseinanderzusetzen, war ich erstmal ziemlich beeindruckt: Er brachte so viel von dem auf den Punkt, was mich damals umtrieb. Enlich fand ich Worte für meine Wünsche und Ideale, konnte mit anderen darüber ins Gespräch kommen und Pläne schmieden. Aber, und das ist schwer zu leugnen, die anarchistische Bewegung ist marginal. Sie ist weit entfernt von einer wie auch immer gearteten Revolution. Muss das wirklich so sein?

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Die Bilder in unserem Kopf

Wir sitzen gemütlich zusammen beim politischen Filmabend. In der Doku geht es um die Frage, wie Revolutionen angestoßen werden können („How to start a revolution?“) und wie Bewegungen sich erfolgreich organisieren. Kaum ist der Film zu Ende, beginnt die Diskussion zwischen den Zuschauer*innen. Und schnell führen drei bis vier Menschen das Gespräch an, sie argumentieren sehr überzeugt. Sie scheinen ziemlich genau zu wissen, wovon sie reden, was richtig und falsch ist. Wer ein bisschen länger zum Nachdenken braucht, Zweifel hat oder sich nicht so lautstark an der Diskussion beteiligen kann, bleibt weiterhin Zuschauer*in oder verlässt irgendwann den Raum. Kommt euch eine solche Situation bekannt vor?

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Das schöne Leben – Was ist das?

Dieses Zitat gehört zu meinen Lieblingssprüchen: „Her mit dem schönen Leben!“ Es bringt so viel auf den Punkt, ist eingängig und leicht zu verstehen. Ein schönes Leben – das wollen wir doch alle! Und es steht allen Menschen gleichermaßen zu. Niemand sollte sich um das Überleben, das finanzielle Auskommen oder den sozialen Status sorgen müssen. Wir alle haben ein Recht darauf, in Würde und in Frieden zu leben – und selbst zu entscheiden, wie unser Leben aussehen soll. Doch so einfach und banal diese Forderung auch ist: Was ist denn das schöne Leben?

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Worte finden für das Unsagbare

Ich bin sprachlos – und genau deshalb muss ich versuchen, zu schreiben. Vielleicht hilft es, in meinem Kopf wieder ein wenig Ruhe einkehren zu lassen und meine Gedanken wieder zu fokussieren. Heute ist in der Stadt verkaufsoffener Sonntag. Juhu! Und ich sitze hier und denke: Was zur Hölle geht da draußen eigentlich vor? Wie kann es sein, dass es immer weiter geht, dass es immer schlimmer wird und wir – die vielen Menschen, die daran etwas ändern wollen – scheinbar keine Antwort darauf finden?

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Gegendarstellung: Ein Leben ohne Minirock

Jahrelang hatte ich mit Feminismus nicht viel am Hut. Warum auch? Ich hatte nie das Gefühl, irgendwelche Probleme zu haben, nur weil ich als „Mädchen“ auf die Welt gekommen bin. Und dank der Frauenbewegung im 20. Jahrhundert kann ich ein ganz anderes Leben führen als meine Mutter oder gar meine Oma. Was also gibt es für mich noch zu tun? Es ist doch schon alles gut, oder?

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Ich will keine Schokolade, ich will lieber …

Es sind drei Worte, die mir schon seit einiger Zeit regelmäßig durch den Kopf gehen. Eine Frage, die zwar nicht besonders kompliziert klingt, aber trotzdem nicht leicht zu beantworten ist: Was will ich? In Laurie Pennys neuem Buch „Unsagbare Dinge“ taucht genau diese Frage auf, gleich in der Einleitung. Und ich horche auf. Penny zitiert eine junge Studentin, die sich während eines Vortrags zu Wort meldet mit: „Was will ich wirklich?“

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Die Hungersnot und ich

Zahlen und Fakten gibt es genug: 870 Millionen Menschen auf der Welt hungern. Das ist ungefähr jede*r achte. Alle drei Sekunden stirbt ein Mensch an den Folgen von Hunger und Unterernährung. Das sind 8,8 Millionen Menschen pro Jahr. Neu ist das nicht. Im Gegenteil: Wir haben uns an diesen Zustand gewöhnt, wir kennen es nicht mehr anders. Klar, es ist ein Skandal, aber er ist so weit weg, zumindest gefühlt. Was hat es schon mit mir und meinem Alltag zu tun, wenn am anderen Ende der Welt eine Hungernot ausbricht?

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Der harte Boden der Tatsachen

Es kommt immer wieder. Schubweise. Manchmal ganz unerwartet und dann umso heftiger. Es ist eine Mischung aus Wut, Ekel und Hilflosigkeit, die mich überfällt, während ich scheinbar ganz normale Dinge tue: Ich gehe eine Einkaufsstraße entlang, an einem Samstagnachmittag. Und am liebsten würde ich schreien. Überall drängeln sich Menschen durch Geschäfte, schleppen volle Tüten zur Kasse, und zwischendurch gibt es einen Coffee-to-go oder ein Fischbrötchen. „Wir shoppen nicht, wir kaufen uns glücklich“, steht an der Fassade des Einkaufszentrums. Anscheinend kaufe ich viel zu wenig…

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Studium der Arbeit

Mein Kopf ist voll. Oder ist er leer? Ich bin mir nicht so ganz sicher. Seit Tagen sitze ich zu viele Stunden am Schreibtisch und versuche, mir Begriffe, Zahlen und Zusammenhänge zu merken, damit ich sie nächste Woche bei meinen Klausuren richtig – und schnell genug – raushauen kann. Da bleibt zwangsläufig nicht viel Platz für anderes, weder in meinem Kopf noch in meinem Terminkalender. Dabei hätte ich doch Besseres zu tun…

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Über den Wolken … hört die Freiheit auf

Es ist nicht so, dass ich auf graue Wolken stehe. Im Gegenteil. Auch mir drückt die deutsche Durchschnitts-Wetterlage in der kalten Jahreszeit schon mal auf die Stimmung. Trotzdem würde es für mich nicht mehr in Frage kommen, einfach in einen Flieger zu setzen und mir ein paar „schöne“ Tage am Strand zu machen. Selbst wenn ich es mögen würde, stundenlang in der Sonne zu braten, wären ein Wochenend-Trip nach Mallorca oder der Pauschal-Urlaub an der spanischen Mittelmeerküste keine Option. Denn Reisen mit dem Flugzeug gehören für mich der Vergangenheit an.

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