Anarchie ist machbar, Frau Nachbar!

Anarchistische Konzepte haben im politischen Mainstream bislang keine Chance. Und auch in sozialen Bewegungen fristen sie oft noch ein Nischen-Dasein. Nichts desto trotz gibt es eine Vielzahl von Menschen, die sich an den Ideen einer herrschaftsfreien Gesellschaft orientieren und versuchen, sie in die (politische) Tat umzusetzen. Der dritte Band der Interview- und Gesprächssammlungen von Bernd Drücke zeigt, wie vielfältig und konkret Anarchist*innen sich organisieren und Projekte am Laufen halten, die schon heute alternative Strukturen aufbauen.

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Sag alles ab: Für einen lebenslangen Generalstreik

Scheinbar leiden wir alle an einer besonderen Form des Stockholm-Syndroms, bei dem die Opfer von Geiselnahmen mit der Zeit ein positives Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen, sogar mit ihm sympathisieren und kooperieren. Wir sind kollektiv gefangen genommen worden von der Arbeitsgesellschaft des Kapitalismus. Und obwohl wir eigentlich nach Freiheit und unserem Recht auf Faulheit streben, laufen wir munter weiter im Hamsterrad der Verwertungslogik.

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Unser täglich‘ Märchen

Es sind bescheidene Töne, die Ingo Schulze anschlägt – und gerade das macht sie so authentisch. Der Schriftsteller hat mit „Unsere schönen neuen Kleider“ ein Buch über die Krise geschrieben. Irgendwie zumindest. Vielmehr hat er eine Rede niedergeschrieben, die er im Februar 2012 im Schauspielhaus Dresden gehalten hat. Diese Rede dreht sich allerdings nicht um beinharte Fakten wie die griechische Staatsverschuldung, das deutsche Wirtschaftswachstum oder die Zinssätze der Europäischen Zentralbank. Nein, es geht um viel Banaleres – und um viel Wichtigeres.

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Demokratie – eine Utopie?

Wer die Welt verändern möchte, kann dabei unterschiedliche Strategien verfolgen. Und nicht selten gehen die Meinungen über diese Strategien auseinander: Sollte man sich lieber erreichbare Ziele setzen und somit auf kleine Erfolgserlebnisse hinarbeiten, die vielleicht nicht den großen Umsturz bringen, aber zumindest punktuelle Wirkung entfalten? Oder muss man das Unmögliche  fordern, um überhaupt in die Nähe der großen Ziele zu gelangen und sich nicht mit Pseudolösungen abspeisen zu lassen, die an den wirklich fundamentalen Begebenheiten nichts ändern?

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Weniger ist mehr

Auf den ersten Blick ist es eher ein subjektives Gefühl. Viele klagen über Stress, über Zeitmangel, über zu wenig Freizeit. Und das gilt nicht nur für Arbeitnehmer, auch das Studentenleben ist inzwischen kein Spaß mehr. Regelmäßig höre ich von Nachtschichten, Stresssyndromen und übermäßigem Leistungsdruck – quer durch alle Studiengänge. Gleichzeitig beschäftigen sich Wissenschaftler und Medien mit den gesamtgesellschaftlichen Ausprägungen dieser Situation: ständige Erreichbarkeit auch nach Feierabend und im Urlaub, die steigende Zahl von psychischen Erkrankungen und Burnout-Symptomen, eine wachsende Angst vor sozialem Abstieg und Arbeitslosigkeit und die beinahe verzweifelte Suche nach dem universellen Glücksrezept. Selbstfindung? Yoga? Urlaub am Meer? Neue Schuhe?

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Wann werden wir (er)wachsen?

Es mutet auf den Blick ein wenig seltsam an: Eine Architektin und Ökologin, die unser Geldsystem kritisiert, ohne auch nur eine einzige Vorlesung der Wirtschaftswissenschaften besucht zu haben. Hat sie die Kompetenz oder gar das Recht, an den „Grundfestem der ökonomischen Wissenschaften“ zu rütteln? Ich denke: Ja, unbedingt.

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Wir sind der Wandel

Wenn da mal nicht jemand den richtigen Riecher hatte: Schon 2010 schrieb der amerikanische Umweltaktivist und Journalist Paul Hawken „Wir sind der Wandel“ – noch bevor überhaupt jemand von Occupy und 15M sprach. Ich bin schon nach den ersten beiden Kapiteln des Buches begeistert. Vielleicht liegt das daran, dass ich mich in seinen Thesen wiederfinde.

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Ein froher Verzicht

Im Grunde ist es egal, wo ich hingehe. Ob im Supermarkt, im Café, im Restaurant oder bei Freunden – was das Essen angeht, ist meine Auswahl meistens in irgendeiner Weise eingeschränkt. Da ist zum Beispiel die Milch im Kaffee, das Süßmolkenpulver in den Chips oder die Fleisch-Karte im Restaurant … und so weiter. Überall wimmelt es von Produkten, die ich nicht konsumieren möchte. Inzwischen ist das für mich kein Problem mehr. Es ist normal, an ganzen Regalen im Supermarkt einfach vorbeizugehen. Ich brauche sie nicht.

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