Freier Fluss – Abschied von der Tauschlogik?

Meine Motivation, gemeinsam und solidarisch zu wirtschaften, speist sich vor allem aus der Idee, dass ich heute so leben kann, als wäre die Welt schon so, wie ich sie mir wünsche. Reale Utopie sozusagen. Natürlich ist das Augenwischerei – die Welt ist ganz und gar nicht, wie ich sie mir vorstelle. Gerade erst habe ich gelesen, dass 42 Menschen genauso viel besitzen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung (rund 3,7 Milliarden Menschen).

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Solidarisch sein statt hilfsbereit

Solidarische Ökonomie ist für viele linke Aktivist*innen zu einem bedeutenden Schlagwort geworden – eine Art Wegweiser in eine andere, nicht-kapitalistische Welt. Dabei habe ich oft so meine Schwierigkeiten, den Begriff Solidarität überhaupt zu fassen, sowohl theoretisch als auch praktisch. Was bedeutet es denn konkret, solidarisch zu sein? Kann ich mich mit allen solidarisch zeigen, die es brauchen und es verdient hätten? Wie kann ich Solidarität leisten, wenn mein eigenes Konto leer ist oder ich keine Zeit für praktische Unterstützung habe?

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Freiheit, die mensch nicht kaufen kann

„Ich könnte das ja nicht!“ Diesen Satz bekomme ich häufig zu hören, wenn ich davon erzähle, dass ich in einer gemeinsamen Ökonomie lebe. Es mutet für meine Gesprächspartner*innen wie ein Verlust von Freiheit an, wie ein unrechtmäßiger Eingriff in ihre Autonomie. In unserer Gesellschaft sind Freiheit, Autonomie und Selbstbestimmung wichtige Werte. Leider sind sie viel zu oft mit unseren finanziellen Möglichkeit verknüpft. Geld macht frei, auf eine bestimmte Art und Weise.

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Noch Kunde oder schon Mitglied?

Ein antikapitalistischer Bio-Supermarkt – kann es so etwas überhaupt geben? Die Kollektivist*innen vom Mitgliederladen Oberkaufungen (Mila O.) stellen sich diesem Widerspruch zwischen politischem Anspruch und ökonomischer Realität. Sie verfolgen das Ziel, einen solidarischen Ort zu schaffen, um auf lokaler und globaler Ebene Veränderungen in Gang zu setzen. Und sie sind damit nicht allein.

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Mehr als fair: Handel auf Augenhöhe

In der aktuellen Diskussion über den Welthandel gibt es scheinbar nur zwei Optionen: nationalistischen Protektionismus à la Donald Trump oder uneingeschränkten Freihandel im Rahmen der WTO. Dabei gibt es längst praktische Ansätze, die ein gutes Leben für alle anstreben. Sie könnten die globalen Machtverhältnisse aufbrechen, weil sie den kapitalistischen Diskurs und dabei auch das Fairtrade-Netzwerk hinter sich lassen.

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Hierarchiefreie Handelsbeziehungen – geht das?

Morgens in unserer WG-Küche: Ich stehe neben dem Herd und schneide eine Banane klein. Es riecht nach frisch gebrühtem Kaffee. Hm, lecker! Doch dann denke ich plötzlich: Wäre ein solches Frühstück überhaupt noch möglich in einer Welt, wie ich sie mir wünsche? Können wir überhaupt noch Bananen und Kaffee konsumieren, wenn wir wirklich nachhaltig und solidarisch leben wollen? Kann der globale Handel so gestaltet werden, dass er niemandem schadet? Oder heißt es dann ganz konsequent: regional und saisonal?

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Gemeinsam Ackerflächen in der Region sichern

Im Herbst 2017 soll das AllmendeLand-Projekt in der Region Kassel starten. Ziel ist, mit möglichst vielen Menschen Land aus dem Marktgeschehen herauszukaufen, langfristig zu sichern und für ökologischen Landbau zur Verfügung zu stellen. Um dieses Ziel zu realisieren, werden noch Unterstützer*innen gesucht.

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Viele Wege zum gleichen Ziel

Was haben die Bewegung 15M in Spanien, die Ökodorf-Bewegung und Post-Development gemeinsam? Sie alle suchen einen Weg zur sozial-ökologischen Transformation – und sie sind nur drei Beispiele aus einem breiten Spektrum von Bewegungen, die zusammen ein Mosaik aus möglichen Alternativen zum heutigen System bilden. Das Projekt „Degrowth in Bewegung(en)“ hat sich zum Ziel gesetzt, einen Teil dieses Mosaiks abzubilden.

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Aktivismus und Wissenschaft zusammen denken

Gefühlt bin ich schon viel zu lange an der Uni. Seit 2009 gehöre ich irgendwie zum akademischen Umfeld, irgendwie aber auch nicht. Als ich politisch aktiv wurde, tat sich eine Lücke auf zwischen Studium und Engagement. Scheinbar hatten diese beiden Lebensbereiche nicht viel miteinander zu tun – sie durften es auch nicht. Schließlich ging es auf der einen Seite um Objektivität und Neutralität, auf der anderen aber um Werte, Meinungen und gesellschaftlichen Wandel. Das lässt sich schwer miteinander unter einen Hut bringen. Oder?

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