Altersvorsorge jenseits von Wachstumszwängen

Kirsten Dohmwirth studiert VWL und Ehtnologie an der Georg-August-Universität in Göttingen. Im Rahmen eines Forschungsprojekts beschäftigt sie sich mit der Frage, inwiefern Kommunen eine neue Form der Alterssicherung darstellen können. Sie besuchte dafür unter anderem die Kommune Niederkaufungen und die Villa Locomuna. Im Interview hat sie mir erzählt, welche Beobachtungen sie dort machte.

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Kommune: Eine andere Zeitzone

Geduld gehört nicht unbedingt zu meinen Stärken. Ich mag es, wenn Dinge erledigt sind und ich wieder einen Punkt auf meiner To-Do-Liste abhaken kann. Das klingt irgendwie spießig und allzu strebsam. Aber wer hat eigentlich gesagt, dass es cool sei, Aufgaben erst auf den letzten Drücker zu erledigen?! Nichts desto trotz gibt es Angelegenheiten, die ihre Zeit brauchen – ob ich das gut finde oder nicht. Und es gibt Orte, da ticken die Uhren einfach anders…

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Die Hungersnot und ich

Zahlen und Fakten gibt es genug: 870 Millionen Menschen auf der Welt hungern. Das ist ungefähr jede*r achte. Alle drei Sekunden stirbt ein Mensch an den Folgen von Hunger und Unterernährung. Das sind 8,8 Millionen Menschen pro Jahr. Neu ist das nicht. Im Gegenteil: Wir haben uns an diesen Zustand gewöhnt, wir kennen es nicht mehr anders. Klar, es ist ein Skandal, aber er ist so weit weg, zumindest gefühlt. Was hat es schon mit mir und meinem Alltag zu tun, wenn am anderen Ende der Welt eine Hungernot ausbricht?

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Foodsharing: Kooperation oder Systemkritik?

Es muss schon seltsam aussehen, wenn wir in der Straßenbahn stehen und mehrere Kartons mit Croissants, Berlinern und Mohnkuchen transportieren. Dann noch die vollen Rucksäcke und die großen Beutel voller Brot und Brötchen. Gerne biete ich den Leuten, die uns ansprechen, etwas an. Schließlich ist genug da. Kurz erkläre ich ihnen, wo diese Massen an Backwaren herkommen und was wir damit machen. „Foodsharing?“, fragen sie ungläubig. „Davon habe ich noch nichts gehört.“

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Der harte Boden der Tatsachen

Es kommt immer wieder. Schubweise. Manchmal ganz unerwartet und dann umso heftiger. Es ist eine Mischung aus Wut, Ekel und Hilflosigkeit, die mich überfällt, während ich scheinbar ganz normale Dinge tue: Ich gehe eine Einkaufsstraße entlang, an einem Samstagnachmittag. Und am liebsten würde ich schreien. Überall drängeln sich Menschen durch Geschäfte, schleppen volle Tüten zur Kasse, und zwischendurch gibt es einen Coffee-to-go oder ein Fischbrötchen. „Wir shoppen nicht, wir kaufen uns glücklich“, steht an der Fassade des Einkaufszentrums. Anscheinend kaufe ich viel zu wenig…

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Studium der Arbeit

Mein Kopf ist voll. Oder ist er leer? Ich bin mir nicht so ganz sicher. Seit Tagen sitze ich zu viele Stunden am Schreibtisch und versuche, mir Begriffe, Zahlen und Zusammenhänge zu merken, damit ich sie nächste Woche bei meinen Klausuren richtig – und schnell genug – raushauen kann. Da bleibt zwangsläufig nicht viel Platz für anderes, weder in meinem Kopf noch in meinem Terminkalender. Dabei hätte ich doch Besseres zu tun…

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Konsumkritik: Zwischen Anspruch und Wirkung

Es gibt wahrscheinlich kaum ein Thema, das mich in den letzten Jahren so viel beschäftigt hat. Ob es nun der Einstieg in den Veganismus, der Kauf von Fairtrade-Kaffee, die Klamotten aus dem Umsonstladen, das Solawi-Gemüse, das Containern oder die Vermeidung von Palmöl in meinem Shampoo war – immer wieder ging es um das Thema Konsum. Was und wie konsumiere ich? Welche Folgen hat das? Und welche Alternativen gibt es?

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Über den Wolken … hört die Freiheit auf

Es ist nicht so, dass ich auf graue Wolken stehe. Im Gegenteil. Auch mir drückt die deutsche Durchschnitts-Wetterlage in der kalten Jahreszeit schon mal auf die Stimmung. Trotzdem würde es für mich nicht mehr in Frage kommen, einfach in einen Flieger zu setzen und mir ein paar „schöne“ Tage am Strand zu machen. Selbst wenn ich es mögen würde, stundenlang in der Sonne zu braten, wären ein Wochenend-Trip nach Mallorca oder der Pauschal-Urlaub an der spanischen Mittelmeerküste keine Option. Denn Reisen mit dem Flugzeug gehören für mich der Vergangenheit an.

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Gemeinsame Ökonomie: Ungleiche an gedeckten Tischen

Es mutet schon ein wenig paradox an: Ich sitze in einer Vorlesung und lasse mir die Grundlagen der Volkswirtschaftslehre erklären. Das ist nicht sonderlich kompliziert und klingt auf den ersten Blick auch alles relativ logisch. Verlasse ich allerdings den Hörsaal, bekommt diese Logik gewaltige Risse – und das gleich aus zwei Gründen.

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Ohne Polizei und Pfefferspray: Antikapitalismus konkret

Es hat nicht lange gedauert, da geisterten sie wieder durch die Medien: Die ach so gewaltbereiten Aktivist*innen, die nichts anderes im Sinn haben als Zerstörung, Sachbeschädigung und Schlägereien mit der Polizei. Auch nach den diesjährigen Blockupy-Protesten durften diese Bilder natürlich nicht fehlen: Böse Antikapitalist*innen, die über Zäune klettern und die Europäische Zentralbank mit Farbbomben bewerfen. Und ich frage mich, wer denn gefährlicher ist: Die 2000 Demonstranten, die in Frankfurt gegen die Sparpolitik der Troika protestieren? Oder der „alternativlose“ Kapitalismus, der die tägliche Ausbeutung von Mensch und Natur in Kauf nimmt, um das Rad des Profits am Laufen zu halten?

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