Genug ist genug: Mein Gewissen und ich

Viel öfter als mir lieb ist, muss ich mich mit ihm auseinandersetzen. Dabei wäre es wohl in vielen Fällen gar nicht notwendig. Doch ständig meldet es sich zu Wort und versucht – oft mit Erfolg – mir einzureden, dass ich mehr hätte leisten können, sollen, müssen. Ich spreche von meinem schlechten Gewissen. Vielleicht wäre es gut, ihm mal ein wenig auf die Pelle zu rücken. Was steckt dahinter, wenn ich mir mal wieder den Kopf zerbreche über meine Vorhaben oder über Dinge, die ich eigentlich schon erledigt habe? Was passiert da mit mir, wenn ich das Gefühl entwickle, das Ergebnis sei nicht zufriedenstellend? Und warum tue ich bestimmte Dinge, obwohl ich sie vielleicht gar nicht tun will?

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Hinein ins Feindgebiet

Hätte mir vor ein, zwei Jahren jemand gesagt, dass ich mal mit über 300 Leuten in einem Hörsaal sitze und mir erklären lasse, wie unser Wirtschaftssystem funktioniert – ich hätte wohl kräftig mit dem Kopf geschüttelt. Inzwischen habe ich mich aber tatsächlich ins Feindgebiet begeben und mich für einen Studiengang der Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben. Es gibt Dinge, die ändern sich.

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Gemeinsam ackern

Jedes Mal fühle ich mich aufs Neue erschlagen: diese riesige Auswahl, die vielen Kisten, die großen Angebotsschilder. Geht es hier wirklich noch um Lebensmittel? Um unsere Ernährung? Um Natur? Ich befürchte nicht. Wie so viele unserer Bedürfnisse gehorcht auch unsere Versorgung mit frischem Obst und Gemüse inzwischen den Gesetzen des Marktes.

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Ein Leben ohne Bedingungen

Ich weiß gar nicht mehr so richtig, wie das geht: Nichts tun. Klingt doch ganz einfach. Und höre ich mich mal ein wenig um, dann scheint sich auch jede*r danach zu sehnen. Einfach mal ausspannen, ohne Stress, ohne Verpflichtungen. Der Jahresurlaub wird monatelang herbeigesehnt. Zwei Wochen am Strand. Das haben wir uns doch verdient!

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Die Zukunft des Teilens

Sie geben sich wirklich viel Mühe, die Autoren von Spiegel, Süddeutscher und FAZ. Sie wollen mir die Augen öffnen, mich auf den rechten Pfad zurückbringen, mir die Flausen aus dem Kopf treiben. Ich höre sie förmlich auf mich einreden: Klingt ja ganz nett, dein Gerede von Revolution und solidarischer Gemeinschaft. Aber hey, das glaubst du doch selber nicht, oder?

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Alles für alle und zwar umsonst!

Es ist so naheliegend und doch für viele erst einmal gewöhnungsbedürftig: Einkaufen ohne Geld. Wie soll das gehen? Braucht es nicht irgendeine Gegenleistung, wenn ich ein Produkt mit nach Hause nehme? Muss ich mich nicht rechtfertigen, warum ich etwas brauche?

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Mogelpackung „Fair Trade“

Es kann so einfach sein, ein guter Mensch zu sein – wenn man es sich leisten kann. Immer mehr Supermärkte bieten fair gehandelte Produkte an: Ob Kaffee, Schokoladen oder Blumen – meistens finden sich in der schier unendlichen Auswahl auch Waren mit dem entsprechenden Siegel. Sie kosten zwar ein paar Euro mehr. Aber hey, das ist es mir doch wert. Der Gedanke an Kinder auf Kakao-Plantagen in Westafrika macht mir ein schlechtes Gewissen, das ich mit dem Griff zur teureren Variante leicht besänftigen kann.

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Unser täglich‘ Märchen

Es sind bescheidene Töne, die Ingo Schulze anschlägt – und gerade das macht sie so authentisch. Der Schriftsteller hat mit „Unsere schönen neuen Kleider“ ein Buch über die Krise geschrieben. Irgendwie zumindest. Vielmehr hat er eine Rede niedergeschrieben, die er im Februar 2012 im Schauspielhaus Dresden gehalten hat. Diese Rede dreht sich allerdings nicht um beinharte Fakten wie die griechische Staatsverschuldung, das deutsche Wirtschaftswachstum oder die Zinssätze der Europäischen Zentralbank. Nein, es geht um viel Banaleres – und um viel Wichtigeres.

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Lektionen der Geschichte

Hin und wieder lohnt sich ein Blick zurück. Ein Blick auf die eigene Geschichte, die Erfolge und Misserfolge der Vergangenheit und auf mögliche Lehren, die daraus gezogen werden könnten. Insbesondere die Bundesrepublik wird daran immer wieder erinnert. Vergangene Woche erst jährte sich die Machtübergabe an Adolf Hitler zum 80. Mal. Grund genug, die historischen Fakten aus einer aktuellen Perspektive zu betrachten – nämlich mit Blick auf die Finanzkrise.

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Revolution mit der Suppenkelle

Alles steht bereit: 54 Plätze mit einem Teller warmer Suppe, daneben Brot, Kuchen und Kaffee. Um kurz nach zwölf strömen die Gäste in den warmen Speisesaal. Alle in der Hoffnung, noch in der ersten Runde einen Platz zu ergattern, denn vor allem am Ende des Monats sind die Tische schnell besetzt. Oft bildet sich dann eine lange Schlange vor der Tür. Eigentlich soll das kostenlose Angebot der Kana Suppenküche die Not der Menschen lindern. Doch paradoxerweise scheint die immer größer zu werden. Die Helfer der Suppenküche möchten sich selbst überflüssig machen, sind davon aber offenbar weiter entfernt denn je.

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