Der Anarchismus und die Revolution

Als ich begann, mich mit dem Anarchismus auseinanderzusetzen, war ich erstmal ziemlich beeindruckt: Er brachte so viel von dem auf den Punkt, was mich damals umtrieb. Enlich fand ich Worte für meine Wünsche und Ideale, konnte mit anderen darüber ins Gespräch kommen und Pläne schmieden. Aber, und das ist schwer zu leugnen, die anarchistische Bewegung ist marginal. Sie ist weit entfernt von einer wie auch immer gearteten Revolution. Muss das wirklich so sein?

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Fragen an eine Anarchistin

Es war eine Premiere für mich. Ob sie gelungen war? Naja, ich würde sagen, es war noch Luft nach oben. Aber immerhin: Neben den Vertretern von DKP und Linkspartei hatte ich die Möglichkeit, meine Ideen von anarchistischer Organisierung darzustellen. In der Podiumsdiskussion zum Thema „Reform oder Revolution“ ging es um systemüberwindende Alternativen und Wege zum Sozialismus. Da konnte eine anarchistische Sichtweise auf jeden Fall nicht schaden. Auch wenn ich dabei vielleicht noch mehr gelernt habe als meine Zuhörer*innen…

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Kassel: Waffen für Kriege in aller Welt

Manchmal fahren sie durch die Stadt, oft in den frühen Morgenstunden: Panzerfahrzeuge in Tarnfarben auf ihrem Weg in Kriegseinsätze auf der ganzen Welt. Produziert werden sie quasi direkt vor unserer Haustür, in den Kasseler Fabriken von Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall. Diese Firmen profitieren nicht nur von europäischer und globaler Aufrüstung, die seit einigen Jahren stetig zunimmt. Sie ziehen auch ihren Nutzen aus der Geheimhaltung von Rüstungsexporten auf Bundesebene sowie aus dem deutlichen Schweigen in der lokalen Öffentlichkeit.

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Wohnst du noch oder organisierst du dich schon?

Wenn eine neue Person in eine Kommune einsteigt, kann das ohne große Diskussionen vonstatten gehen – wenn sich die anderen Kommunard*innen schnell einig sind über den Einzug und sich auf das Zusammenleben mit der neuen Person freuen. Doch was passiert, wenn es diese Einigkeit nicht gibt? Wenn die einen sich einen Einstieg wünschen und die anderen ihn sich nicht vorstellen können? Und welche Themen stecken mitunter hinter dieser Meinungsverschiedenheit?

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Lokalpolitik auf dem Weg zur Transformation

Wir stehen vor großen Herausforderungen. Eine Krise reiht sich an die nächste. Unser Wirtschaftssystem strauchelt und zeigt dabei immer deutlicher seine fatalen Wirkungen. Doch immer mehr Menschen möchten dem etwas entgegensetzen. Sie wollen Alternativen aufbauen, die auf Solidarität und Nachhaltigkeit setzen statt auf Konkurrenz und Profit. Sie wissen: Es wird nicht reichen, an einigen Stellschrauben zu drehen, „grünes Wachstum“ zu forcieren und Elektroautos zu nutzen. Nein, es braucht tiefgreifende Veränderungen, die unser momentanes Wertesystem völlig in Frage stellen. Es muss um andere Verhaltensweisen gehen, andere Prioritäten und ein anderes Verständnis vom guten Leben. Aber wo und wie können solche radikalen Veränderungen stattfinden?

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Das Morgen tanzt im Heute schon

Der Begriff Utopie ist nicht ungefährlich. Macht er doch den Eindruck, als wäre der gewünschte Zustand unerreichbar. Eine Utopie existiert nicht, sie ist reines Wunschdenken. Sie ist eine fiktive Gesellschaftsordnung, die mit den aktuellen Verhältnissen nichts mehr zu tun hat. Macht es also Sinn, ihr hinterherzujagen? Sollten wir uns nicht lieber auf das konzentrieren, was heute möglich und realistisch ist und unsere Energie in konkrete Veränderungen stecken – auch um unseren Kritiker*innen den Wind aus den Segeln zu nehmen?

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Männliche* Dominanz: Was geht mich das an?

Die Situation ereignete sich im letzten Semester. Ich saß in einem Tutorium, wartete auf den Beginn der Veranstaltung. Dann setzte sich ein Typ neben mich: groß, durchtrainiert. Viele würden ihn wohl als ziemlich attraktiv beschreiben – dem gängigen Schönheitsideal zufolge. Er sah mich nicht an und er sagte auch nichts. Und trotzdem war ich plötzlich eine andere. Ich fühlte mich klein, schwach, unterlegen. Normalerweise meldete ich mich in diesem Tutorium relativ häufig, dieses Mal gab ich keinen Ton von mir. Was war passiert?

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L’état et moi: Wohin mit dem Staat?

Ich gebe zu, es ist ein gewagtes Projekt. Es scheint utopisch und naiv, den Staat abschaffen zu wollen. Aber vielleicht ist es genau deshalb der richtige Weg. Vielleicht müssen wir endlich damit anfangen, das Undenkbare zu denken, um tatsächlich etwas zu verändern. Wir sollten aufhören, uns am Bestehenden zu orientieren, um einen Weg in eine bessere Zukunft zu finden. Die existierenden Strukturen haben schließlich genau die Verhältnisse geschaffen, die wir kritisieren. Wie sinnvoll kann es also sein, diese Strukturen zu nutzen, wenn wir eigentlich etwas ganz anderes wollen?

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Politischer Spielfilm: Tag der Wahrheit

Netter Fernsehabend gefällig? Sehr oft nehme ich dieses Angebot nicht wahr, vor allem wenn ich nicht genau weiß, was ich anschauen möchte. Zu groß ist die Gefahr, dass ich nur irgendeinen Blödsinn zu sehen bekomme, der mich mehr aufregt als entspannt. Beim letzten Mal stand aber ein recht vielversprechender Film auf dem Programm: ein Politthriller, der sich mit dem Thema Atomenergie beschäftigt. Kann mensch ja mal machen, oder?

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Grenzen überwinden: Der Protest gegen die IMK

Nach dem Rechtsstreit um die NO IMK-Demo in Köln hatte ich einiges erwartet, als ich mich am Wochenende auf den Weg nach NRW machte. Aber entgegen der vielen Befürchtungen wurde die Veranstaltung ein voller Erfolg: Die rund 3000 Demonstrant*innen konnten beinahe ungestört ihrer geplanten Route durch die Innenstadt folgen, eine Gegendemo von HoGeSa-Anhängern wurde verboten und der Einzelhandel ärgert sich über Umsatzeinbußen am Nikolaustag.

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