Die Massen gehen, das Gefühl bleibt

Es waren Tausende. Bestens ausgerüstet und mit einem ausgereiften Plan im Gepäck blockierten die Demonstranten die wichtigsten Kreuzungen, umzingelten die Gebäude und brachten einen großen Teil der Stadt zum Erliegen. Sie blieben friedlich – auch als die Polizei mit Tränengas und Schlagstöcken anrückte. Die Aktivisten setzten ein Zeichen, das die Welt so schnell nicht vergessen wird.

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Urlaub? Fast.

Meistens erntete ich nur ein mildes Lächeln für meine Sorge. „Was, wenn die Revolution beginnt – und ich bin nicht da?“, fragte ich mich, bevor ich Anfang September zu meiner vierwöchigen Reise durch Europa aufbrach. Schließlich sollte das Bundesverfassungsgericht über den ESM entscheiden, die Aktivisten in Madrid wollten ihr Parlament besetzen und ein großes Bündnis wollte in Deutschland für eine gerechte Umverteilung der Vermögen demonstrieren. Und was mache ich? Urlaub. Zumindest fast.

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Versuch’s mal anders!

Schon das Titelbild der aktuellen Freitag-Ausgabe hat mich abgeschreckt. „Versuch’s mal mit Gewalt“ steht in großen Buchstaben neben einem einsamen Aktivisten, der in seinem Zelt hockt und mit seiner rechten Hand das Peace-Zeichen in Richtung Kamera streckt. Und weiter: „Ein Jahr Occupy: Die Bewegung ist gescheitert. Muss sie radikaler werden?“

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Wir sind überall

Eigentlich wusste ich, was mich erwartet. Asambleas sind inzwischen ja kein Neuland mehr für mich: Handzeichen, Rednerliste, Moderator und Protokollant – ja, das sagt mir alles was. Trotzdem hatte ich ein mulmiges Gefühl, als ich mich nach meinem Umzug zurück in den Ruhrpott zum ersten Mal auf den Weg zum Treffen von Occupy Dortmund machte. Welchen Menschen würde ich dort wohl begegnen? Wie reagieren sie auf neue Gesichter wie meines? Werde ich mich wohl fühlen? Und werde ich mich überhaupt irgendetwas beitragen können?

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Wir, die Nervensägen

Alles ist gut. Keine Sorge. Krise? Ja, wo ist sie denn? Die Medien werfen uns tagtäglich apokalyptische Meldungen um die Ohren – und doch scheint bei der wohl verdienten Shoppingtour durchs sommerliche Städtchen alles seine gewohnten Bahnen zu gehen: Die Einkaufstüten in der einen, die Currywurst oder das Eis in der anderen. So lässt es sich doch leben, oder? Störungen sind da unerwünscht. Stress und Trubel hat man unter der Woche schon genug, da möchte man doch zumindest in Ruhe das Wochenende genießen.

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So sieht Demokratie aus

Es war schon eine ungewöhnliche Situation: Plötzlich stand ich dort eingehakt in einer Menschenmenge, umkreist von unzähligen Polizisten und musste mich dagegen wehren, gewaltsam gegen eine Parkbank gedrückt zu werden. Die Beamten standen mir direkt gegenüber, in ihren Gesichtern so gut wie keine Regung. Wenig später stürzte ich bei ihrem Ansturm zu Boden – und damit bin ich im Vergleich zu anderen wohl noch glimpflich davon gekommen.

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Wo sind die Demokraten?

Es war schon irgendwie enttäuschend. Natürlich hatte ich nicht mit Massen gerechnet, aber ein paar Zuhörer mehr hätte ich mir schon gewünscht. Leider saßen schlussendlich nur knapp 15 Leute auf ihren Plätzen, als Tine Steininger mit ihrem Vortrag startete. Die Berliner Studentin gehört zum Koordinierungskreis von Attac – so etwas wie das zentrale bundesweite Organ, das Attac nach außen vertritt. Sie sprach in Würzburg über die Ursachen und den Verlauf der Eurokrise, mögliche Lösungen und Alternativen und zu guter Letzt auch über die geplanten Mai-Aktionstage in Frankfurt.

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Aufgeben is‘ nicht!

Hin und wieder kommt es vor, dass ich mich frage, wieso ich eigentlich diesen Blog schreibe. Schließlich gibt es unzählige Menschen, die meinen, ihre Gedanken und Meinungen im World Wide Web regelmäßig kundtun zu müssen – sinnvoll oder nicht, das sei mal dahingestellt. Warum also soll ausgerechnet ich mich in diesen Chor der Stimmen einreihen bzw. noch eine neue Stimme beifügen? Reicht es nicht langsam? Nehme ich mich damit nicht selbst viel zu wichtig?

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