Die Qual der Wahl: Politische Strategien

Der Kapitalismus verspricht uns vor allem eines: Freiheit. Angeblich können wir tun und erreichen, was wir wollen, solange wir uns nur anstrengen. Alles liegt in unserer Hand. Wir haben die Wahl. Das gilt für unsere Karriere genauso wie für unsere Familienplanung, unsere Freizeitgestaltung – und natürlich für unseren Konsum. Das Angebot an Produkten und Dienstleistungen ist inzwischen so groß, dass es kaum noch möglich ist, den Überblick zu behalten. 50 Sorten Marmelade? Da sollte doch für jede*n etwas dabei sein.

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Ein Haus kämpft für Kultur, Bildung und Rebellion

Der „Lange August“ wurde 1979 in Dortmund gegründet. Bis heute hat sich das selbstverwaltete Projekt seine Unabhängigkeit bewahrt. Hat sich die politische Arbeit in den letzten 30 Jahren verändert? Und wie geht es weiter? Ein Besuch.

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Der harte Boden der Tatsachen

Es kommt immer wieder. Schubweise. Manchmal ganz unerwartet und dann umso heftiger. Es ist eine Mischung aus Wut, Ekel und Hilflosigkeit, die mich überfällt, während ich scheinbar ganz normale Dinge tue: Ich gehe eine Einkaufsstraße entlang, an einem Samstagnachmittag. Und am liebsten würde ich schreien. Überall drängeln sich Menschen durch Geschäfte, schleppen volle Tüten zur Kasse, und zwischendurch gibt es einen Coffee-to-go oder ein Fischbrötchen. „Wir shoppen nicht, wir kaufen uns glücklich“, steht an der Fassade des Einkaufszentrums. Anscheinend kaufe ich viel zu wenig…

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Konsumkritik: Zwischen Anspruch und Wirkung

Es gibt wahrscheinlich kaum ein Thema, das mich in den letzten Jahren so viel beschäftigt hat. Ob es nun der Einstieg in den Veganismus, der Kauf von Fairtrade-Kaffee, die Klamotten aus dem Umsonstladen, das Solawi-Gemüse, das Containern oder die Vermeidung von Palmöl in meinem Shampoo war – immer wieder ging es um das Thema Konsum. Was und wie konsumiere ich? Welche Folgen hat das? Und welche Alternativen gibt es?

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Grenzen überwinden: Der Protest gegen die IMK

Nach dem Rechtsstreit um die NO IMK-Demo in Köln hatte ich einiges erwartet, als ich mich am Wochenende auf den Weg nach NRW machte. Aber entgegen der vielen Befürchtungen wurde die Veranstaltung ein voller Erfolg: Die rund 3000 Demonstrant*innen konnten beinahe ungestört ihrer geplanten Route durch die Innenstadt folgen, eine Gegendemo von HoGeSa-Anhängern wurde verboten und der Einzelhandel ärgert sich über Umsatzeinbußen am Nikolaustag.

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Die Sache mit den Tropfen

Es ist ein altbekanntes Spiel: Ist das Glas halb leer oder halb voll? Sollen wir uns mit kleinen Schritten zufrieden geben oder gleich aufs Ganze gehen? Vielleicht ist auch der Weg schon das Ziel? Immer wieder werden Aktivist*innen, Bewegungen und NGOs mit solchen Fragen konfrontiert. Sie sollen ihren Erfolg messen – oder auch nur die Aussicht auf Erfolg. Aber geht das überhaupt? Wie soll er denn aussehen, dieser Erfolg?

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Hierarchie adé: Über eine politische Willkommenskultur

An Problemen mangelt es ja grundsätzlich selten. Ich muss nur in die Tageszeitung schauen, im Internet surfen oder durch die Fußgängerzone laufen – überall kann ich mal mehr, mal weniger deutlich erkennen, wo eine Veränderung dringend Not tun würde. Zum Glück bin ich nicht die Einzige, der es so geht: Immer mehr Menschen engagieren sich, um ganz konkret eine Welt zu realisieren, so wie sie sich vorstellen – gerecht, solidarisch und ohne Herrschaftsstrukturen. Aber als gäbe es nicht schon genug zu tun, entstehen dabei auch ganz neue Probleme. Probleme, für die wir selbst verantwortlich sind und die uns zeitweise sogar vergessen lassen, worum es eigentlich geht.

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Mal wieder auf die Straße?

Mit 1300 anderen Menschen bin ich am Wochenende durch die Kasseler Innenstadt gelaufen, um gegen die Freihandelsabkommen TTIP, CETA und TISA zu demonstrieren. In ganz Europa liefen zeitgleich ähnliche Aktionen, in mehr als 1000 Städten. Klingt beeindruckend. Trotzdem wollte sich bei mir keine richtige Euphorie einstellen. Bin ich etwa „demomüde“ geworden? Wieso kann ich mich an einem solchen Erfolg, der vielen Menschen viel Vorbereitung, Vernetzung und Mühe kostete, nicht richtig freuen?

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Kommune: Eine bewusste Entscheidung

Ich musste viele Fragen beantworten in letzter Zeit: Was ist denn eine Kommune? Hast du noch ein eigenes Zimmer? Wie viele Menschen leben dort? Und wie funktioniert denn bitte gemeinsame Ökonomie? Meistens konnte ich relativ fundiert antworten, schließlich hatte ich mich mit dem Thema schon eine Weile auseinandergesetzt. Und schließlich stand nun mein Umzug in eine solche Kommune an – da sollte ich schon ein wenig Bescheid wissen über die Rahmenbedingungen. Eine Frage hörte ich allerdings kaum: Warum machst du das? Dabei ist das doch vielleicht die wichtigste aller Fragen…

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Auf der Flucht

Es läuft mir kalt den Rücken runter, als er neben mir steht. Er schreit, aber ich verstehe seine Sprache nicht. Und trotzdem kann ich sie spüren, seine Verzweiflung, seine Angst und seine Sehnsucht. Er ist auf der Flucht: In der Hoffnung auf ein besseres Leben hat er sich in ein Boot gesetzt, das ihn an die europäische Küste bringen soll. Und das obwohl so viele seiner Freunde diese Reise nicht überlebt haben.

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