»Entwicklungspolitik ist im Grunde ein Nebenschauplatz«

Im Post-Development wird das Konzept von Entwicklung hin zu »einer Welt«
in Frage gestellt und über eine Welt, in der viele Welten Platz haben, nachgedacht.

Herr Ziai, Sie sprechen in einem Ihrer Texte von der »Erfindung der Unterentwicklung«. Es gibt also gar keine unterentwickelten Länder?

Ja, genau das ist die steile These. »Entwicklung« ist im Grunde eine soziale Konstruktion, die stark verwoben ist mit Machtverhältnissen. Das heißt nicht, dass es keine Unterschiede in den Lebensverhältnissen der Menschen gibt – das ist ja offenkundig. Die gab es aber auch schon, bevor der Entwicklungsbegriff eingeführt wurde. Und vorher, also bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, wurden sich im Norden wenig Gedanken um die Lebensstandards in den Kolonien gemacht.

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Mehr als fair: Handel auf Augenhöhe

In der aktuellen Diskussion über den Welthandel gibt es scheinbar nur zwei Optionen: nationalistischen Protektionismus à la Donald Trump oder uneingeschränkten Freihandel im Rahmen der WTO. Dabei gibt es längst praktische Ansätze, die ein gutes Leben für alle anstreben. Sie könnten die globalen Machtverhältnisse aufbrechen, weil sie den kapitalistischen Diskurs und dabei auch das Fairtrade-Netzwerk hinter sich lassen.

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