Auf dem Weg in eine herrschaftslose Gesellschaft

Wer politisch aktiv ist und nach umsetzbaren Alternativen sucht, hat oft mehr Fragen als Antworten. Ich finde es spannend und oft sehr hilfreich, wenn Menschen mir Fragen stellen – so bekomme ich Anstöße, meinenen Standpunkt zu reflektieren und sich Dinge bewusst zu machen: Was mache ich hier eigentlich? Und warum? Wie bin ich hierher geraten? Und wo will ich eigentlich hin? Das und einiges mehr wollte die Graswurzelrevolution von mir wissen…und herausgekommen ist das folgende Interview über Anarchismus, Kommunen und alternative Medien. Lest einfach mal rein!

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Politische Kommunen kennenlernen

Dieses Jahr gibt es ganz viele Möglichkeiten, sich das Leben in einer Kommune mal näher anzuschauen und mit Menschen, die schon in Gemeinschaften leben, ins Gespräch zu kommen. Neben den drei Interkommune-Seminaren in der Region Kassel findet 2017 auch wieder das Kommune-Festival „Los geht’s“ statt – und zwar auf dem Gelände der Gemeinschaft Lebensbogen in Zierenberg.

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Fragen an eine Anarchistin

Es war eine Premiere für mich. Ob sie gelungen war? Naja, ich würde sagen, es war noch Luft nach oben. Aber immerhin: Neben den Vertretern von DKP und Linkspartei hatte ich die Möglichkeit, meine Ideen von anarchistischer Organisierung darzustellen. In der Podiumsdiskussion zum Thema „Reform oder Revolution“ ging es um systemüberwindende Alternativen und Wege zum Sozialismus. Da konnte eine anarchistische Sichtweise auf jeden Fall nicht schaden. Auch wenn ich dabei vielleicht noch mehr gelernt habe als meine Zuhörer*innen…

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Anarchie ist machbar, Frau Nachbar!

Anarchistische Konzepte haben im politischen Mainstream bislang keine Chance. Und auch in sozialen Bewegungen fristen sie oft noch ein Nischen-Dasein. Nichts desto trotz gibt es eine Vielzahl von Menschen, die sich an den Ideen einer herrschaftsfreien Gesellschaft orientieren und versuchen, sie in die (politische) Tat umzusetzen. Der dritte Band der Interview- und Gesprächssammlungen von Bernd Drücke zeigt, wie vielfältig und konkret Anarchist*innen sich organisieren und Projekte am Laufen halten, die schon heute alternative Strukturen aufbauen.

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Eine Reise ohne Rückfahrtschein

Es fühlte sich zwar an wie ein ausgiebiger Sommerurlaub, war aber doch viel mehr als das: Rund 500 Menschen kamen beim Anarchistischen Sommercamp in Niederösterreich zusammen, um ein Leben ohne Zwänge zu gestalten und gemeinsam die anarchistische Theorie mit solidarischer Praxis zu füllen.

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Gemeinsame Ökonomie: Der freie Fluss

Sowohl im Wendland als auch in der Region Kassel haben sich politische Kommunen zusammengetan, um sich zu vernetzen und gemeinsame Projekte an den Start zu bringen. Dazu gehört auch die gemeinsame Ökonomie. Was bedeutet die Zusammenarbeit in den Interkomm-Regionen für die einzelnen Kommunard*innen konkret? Wie kann gemeinsames Wirtschaften über die einzelnen Gemeinschaften hinaus funktionieren? Und was verstehen die Kommunard*innen unter „freiem Fluss“?

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Autonomie verteidigen – aber wie?

Es braucht nicht den großen Knall. Es braucht keine Zäsur, um unser Gesellschaftssystem zu verändern. Ein Systemwechsel kann auch als Übergang vonstatten gehen: Machtverhältnisse und die Regeln des Alltags verändern sich schleichend. Soziale Normen und Verhaltensweisen verschieben sich. Das kann eine Chance sein für mehr Solidarität und den Abbau von Herrschaftsstrukturen. Es kann aber auch eine große Bedrohung sein – sagen Michael Pauen und Harald Welzer. Ihr Buch „Autonomie – Eine Verteidigung“ lässt mich besorgt fragen: Sind wir schon längst wieder auf dem Weg in eine totalitäre Gesellschaft?

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L’état et moi: Wohin mit dem Staat?

Ich gebe zu, es ist ein gewagtes Projekt. Es scheint utopisch und naiv, den Staat abschaffen zu wollen. Aber vielleicht ist es genau deshalb der richtige Weg. Vielleicht müssen wir endlich damit anfangen, das Undenkbare zu denken, um tatsächlich etwas zu verändern. Wir sollten aufhören, uns am Bestehenden zu orientieren, um einen Weg in eine bessere Zukunft zu finden. Die existierenden Strukturen haben schließlich genau die Verhältnisse geschaffen, die wir kritisieren. Wie sinnvoll kann es also sein, diese Strukturen zu nutzen, wenn wir eigentlich etwas ganz anderes wollen?

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Jenseits von Staat und Kapital

Sie hat wahrlich keinen guten Ruf, aber das völlig zu Unrecht. Obwohl Anarchie von den meisten Menschen ausschließlich mit Chaos und Gewalt in Verbindung gebracht wird, bietet sie in Wahrheit einen realistischen Ansatz für ein solidarisches und gleichberechtigtes Miteinander, das sich an unseren Bedürfnissen orientiert und auch unsere natürlichen Lebensgrundlagen schützt. Aufklärung tut also Not, denn wo wie es ist, kann es nicht bleiben. Muss es aber auch nicht, denn es gibt bereits Alternativen – theoretisch und auch praktisch.

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