Die Gier ist nicht das Problem

Vor kurzem erzählte mir ein älterer Herr, was in der Welt alles schief läuft. Er zählte auf: Krieg, Umweltzerstörung, Armut – und dann noch „die ganzen Idioten“, die sich trotz allem nur um sich selbst kümmern und „keinen Bock“ auf irgendwas haben. Sein Frust war verständlicherweise sehr groß. Gleichzeitig belächelte er aber jede Idee, die ich ihm als Alternative präsentierte. Solche Gespräche ärgern mich. Was möchte dieser Mann von mir hören? Dass er Recht hat, die Welt sowieso vor die Hunde geht und wir deshalb auch nichts mehr ändern müssen? Will er von mir eine Art Freifahrtsschein für Hoffnungs- und Tatenlosigkeit?

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Was ist Selbstorganisation?

Das ist eine etwas seltsame Frage für jemanden, der oder die sich schon lange mit dem Thema beschäftigt – und sich selbst als ziemlich selbstorganisiert bezeichnen würde. Trotzdem ist es nicht schlecht, hin und wieder mal einen Schritt zurückzutreten und sich anzuschauen, was mensch eigentlich so treibt. Selbstorganisation – was bedeutet das ganz konkret? Wie funktioniert das? Und wie schlägt sich das in meinem Alltag nieder? Weiterlesen

Ideal trifft auf Realität – oder: Wer putzt die Treppe?

Nein, solidarische Ökonomie macht nicht immer Spaß. Und nein, solidarische Ökonomie ist manchmal auch nicht der einfachere Weg. Unter den gegebenen Umständen (Stichwort: Kapitalismus und Patriarchat) bedeuten das Streben nach einem Ideal und der Versuch, die Dinge irgendwie anders zu gestalten, tagtäglich an Grenzen zu stoßen.

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Teilen ist Klimaschutz

Dank der Aktivist*innen von Fridays for Future ist das Klima-Thema inzwischen in aller Munde. Völlig zurecht sprechen sie nicht mehr vom Klimawandel, sondern von der Klimakatastrophe. Die Zahl der Unterstützer*innen und auch der Druck auf die Politik wird stetig größer. Im letzten Monat fanden weltweite Aktionen statt, u.a. ein Klimastreik am 20. September. Ich habe großen Respekt vor den Mobilisierungserfolgen, die diese Bewegung Woche um Woche feiert. Es ist unglaublich viel wert, dass sie ihren Ärger und ihre Zukunftsängste auf die Straße bringen – und damit sicherlich eine Menge erreichen.

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Kollektiv arbeiten ohne Chef*in

Stellen Sie sich einmal vor, nicht Ihre Chefin würde entscheiden, wie viel Geld Sie verdienen, sondern Sie selbst – gemeinsam mit Ihren Kolleg*innen. Sie könnten sich überlegen, wie viel Sie zum Leben brauchen und auch wie viele Stunden Sie dafür aufwenden wollen.

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Rein in die Nische

Es ist ja immer so eine Sache mit Projekten in der Nische: Einerseits versprühen sie einen Optimismus, der bei der allzeit beklagten Alternativlosigkeit sehr erfrischend daherkommt. Es gibt sie also doch noch – diese Menschen, die nicht nur daran glauben, dass es anders geht, sondern es auch wirklich anders machen! Andererseits brauchen diese Projekte eine Menge Energie. Die Beteiligten müssen ein dickes Fell entwickeln, um ungläubige Blicke, Diskussionen, blöde Kommentare und mitunter auch interne Schwierigkeiten zu überstehen. Es braucht manchmal eine ganze Menge Geduld, Durchhaltevermögen und Überzeugung, um in der Nische nicht den Mut zu verlieren.

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Freier Fluss – Abschied von der Tauschlogik?

Meine Motivation, gemeinsam und solidarisch zu wirtschaften, speist sich vor allem aus der Idee, dass ich heute so leben kann, als wäre die Welt schon so, wie ich sie mir wünsche. Reale Utopie sozusagen. Natürlich ist das Augenwischerei – die Welt ist ganz und gar nicht, wie ich sie mir vorstelle. Gerade erst habe ich gelesen, dass 42 Menschen genauso viel besitzen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung (rund 3,7 Milliarden Menschen).

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Solidarisch sein statt hilfsbereit

Solidarische Ökonomie ist für viele linke Aktivist*innen zu einem bedeutenden Schlagwort geworden – eine Art Wegweiser in eine andere, nicht-kapitalistische Welt. Dabei habe ich oft so meine Schwierigkeiten, den Begriff Solidarität überhaupt zu fassen, sowohl theoretisch als auch praktisch. Was bedeutet es denn konkret, solidarisch zu sein? Kann ich mich mit allen solidarisch zeigen, die es brauchen und es verdient hätten? Wie kann ich Solidarität leisten, wenn mein eigenes Konto leer ist oder ich keine Zeit für praktische Unterstützung habe?

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Freiheit, die mensch nicht kaufen kann

„Ich könnte das ja nicht!“ Diesen Satz bekomme ich häufig zu hören, wenn ich davon erzähle, dass ich in einer gemeinsamen Ökonomie lebe. Es mutet für meine Gesprächspartner*innen wie ein Verlust von Freiheit an, wie ein unrechtmäßiger Eingriff in ihre Autonomie. In unserer Gesellschaft sind Freiheit, Autonomie und Selbstbestimmung wichtige Werte. Leider sind sie viel zu oft mit unseren finanziellen Möglichkeit verknüpft. Geld macht frei, auf eine bestimmte Art und Weise.

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