Der Mensch, ein soziales Wesen?

Es ist überall. Und es macht mich krank. Um mich herum werden die Menschen dazu gebracht, gegeneinander zu arbeiten anstatt miteinander. Sie sollen konkurrieren, sie sollen sich auf den eigenen Vorteil konzentrieren, das bestmögliche für sich rausholen. Denn – so lautet das ewige Versprechen – wenn jede*r sich um den eigenen Wohlstand kümmert, dann geht es am Ende allen gut. Pustekuchen.

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Der harte Boden der Tatsachen

Es kommt immer wieder. Schubweise. Manchmal ganz unerwartet und dann umso heftiger. Es ist eine Mischung aus Wut, Ekel und Hilflosigkeit, die mich überfällt, während ich scheinbar ganz normale Dinge tue: Ich gehe eine Einkaufsstraße entlang, an einem Samstagnachmittag. Und am liebsten würde ich schreien. Überall drängeln sich Menschen durch Geschäfte, schleppen volle Tüten zur Kasse, und zwischendurch gibt es einen Coffee-to-go oder ein Fischbrötchen. „Wir shoppen nicht, wir kaufen uns glücklich“, steht an der Fassade des Einkaufszentrums. Anscheinend kaufe ich viel zu wenig…

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Hinein ins Feindgebiet

Hätte mir vor ein, zwei Jahren jemand gesagt, dass ich mal mit über 300 Leuten in einem Hörsaal sitze und mir erklären lasse, wie unser Wirtschaftssystem funktioniert – ich hätte wohl kräftig mit dem Kopf geschüttelt. Inzwischen habe ich mich aber tatsächlich ins Feindgebiet begeben und mich für einen Studiengang der Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben. Es gibt Dinge, die ändern sich.

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Unser täglich‘ Märchen

Es sind bescheidene Töne, die Ingo Schulze anschlägt – und gerade das macht sie so authentisch. Der Schriftsteller hat mit „Unsere schönen neuen Kleider“ ein Buch über die Krise geschrieben. Irgendwie zumindest. Vielmehr hat er eine Rede niedergeschrieben, die er im Februar 2012 im Schauspielhaus Dresden gehalten hat. Diese Rede dreht sich allerdings nicht um beinharte Fakten wie die griechische Staatsverschuldung, das deutsche Wirtschaftswachstum oder die Zinssätze der Europäischen Zentralbank. Nein, es geht um viel Banaleres – und um viel Wichtigeres.

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Pro NRW: Die neue Taktik der Rechten

Keine Frage, es gibt genug Gründe, auf die Straße zu gehen. Täglich und überall. Und doch war es schon ein bemerkenswerter Zufall, dass just an dem Tag, an dem unser Bündnis „Dortmund solidarisch“ gegen die autoritäre EU-Krisenpolitik demonstrierte, auch eine Kundgebung der rechten Partei „Pro NRW“ geplant war. Auf den ersten Blick mag zwischen diesen beiden Veranstaltungen kein Zusammenhang bestehen. Doch Kürzungspolitik, Demokratieabbau und Angriffe auf die Grundrechte einerseits und Rechtspopulismus, rechtsextremes Gedankengut und faschistische Tendenzen andererseits lassen sich in der Krise nicht mehr voneinander trennen.

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Lektionen der Geschichte

Hin und wieder lohnt sich ein Blick zurück. Ein Blick auf die eigene Geschichte, die Erfolge und Misserfolge der Vergangenheit und auf mögliche Lehren, die daraus gezogen werden könnten. Insbesondere die Bundesrepublik wird daran immer wieder erinnert. Vergangene Woche erst jährte sich die Machtübergabe an Adolf Hitler zum 80. Mal. Grund genug, die historischen Fakten aus einer aktuellen Perspektive zu betrachten – nämlich mit Blick auf die Finanzkrise.

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Urlaub? Fast.

Meistens erntete ich nur ein mildes Lächeln für meine Sorge. „Was, wenn die Revolution beginnt – und ich bin nicht da?“, fragte ich mich, bevor ich Anfang September zu meiner vierwöchigen Reise durch Europa aufbrach. Schließlich sollte das Bundesverfassungsgericht über den ESM entscheiden, die Aktivisten in Madrid wollten ihr Parlament besetzen und ein großes Bündnis wollte in Deutschland für eine gerechte Umverteilung der Vermögen demonstrieren. Und was mache ich? Urlaub. Zumindest fast.

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Versuch’s mal anders!

Schon das Titelbild der aktuellen Freitag-Ausgabe hat mich abgeschreckt. „Versuch’s mal mit Gewalt“ steht in großen Buchstaben neben einem einsamen Aktivisten, der in seinem Zelt hockt und mit seiner rechten Hand das Peace-Zeichen in Richtung Kamera streckt. Und weiter: „Ein Jahr Occupy: Die Bewegung ist gescheitert. Muss sie radikaler werden?“

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Wir sind überall

Eigentlich wusste ich, was mich erwartet. Asambleas sind inzwischen ja kein Neuland mehr für mich: Handzeichen, Rednerliste, Moderator und Protokollant – ja, das sagt mir alles was. Trotzdem hatte ich ein mulmiges Gefühl, als ich mich nach meinem Umzug zurück in den Ruhrpott zum ersten Mal auf den Weg zum Treffen von Occupy Dortmund machte. Welchen Menschen würde ich dort wohl begegnen? Wie reagieren sie auf neue Gesichter wie meines? Werde ich mich wohl fühlen? Und werde ich mich überhaupt irgendetwas beitragen können?

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