Aktivismus und Wissenschaft zusammen denken

Gefühlt bin ich schon viel zu lange an der Uni. Seit 2009 gehöre ich irgendwie zum akademischen Umfeld, irgendwie aber auch nicht. Als ich politisch aktiv wurde, tat sich eine Lücke auf zwischen Studium und Engagement. Scheinbar hatten diese beiden Lebensbereiche nicht viel miteinander zu tun – sie durften es auch nicht. Schließlich ging es auf der einen Seite um Objektivität und Neutralität, auf der anderen aber um Werte, Meinungen und gesellschaftlichen Wandel. Das lässt sich schwer miteinander unter einen Hut bringen. Oder?

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Das Morgen tanzt im Heute schon

Der Begriff Utopie ist nicht ungefährlich. Macht er doch den Eindruck, als wäre der gewünschte Zustand unerreichbar. Eine Utopie existiert nicht, sie ist reines Wunschdenken. Sie ist eine fiktive Gesellschaftsordnung, die mit den aktuellen Verhältnissen nichts mehr zu tun hat. Macht es also Sinn, ihr hinterherzujagen? Sollten wir uns nicht lieber auf das konzentrieren, was heute möglich und realistisch ist und unsere Energie in konkrete Veränderungen stecken – auch um unseren Kritiker*innen den Wind aus den Segeln zu nehmen?

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Der Mensch, ein soziales Wesen?

Es ist überall. Und es macht mich krank. Um mich herum werden die Menschen dazu gebracht, gegeneinander zu arbeiten anstatt miteinander. Sie sollen konkurrieren, sie sollen sich auf den eigenen Vorteil konzentrieren, das bestmögliche für sich rausholen. Denn – so lautet das ewige Versprechen – wenn jede*r sich um den eigenen Wohlstand kümmert, dann geht es am Ende allen gut. Pustekuchen.

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Politischer Spielfilm: Tag der Wahrheit

Netter Fernsehabend gefällig? Sehr oft nehme ich dieses Angebot nicht wahr, vor allem wenn ich nicht genau weiß, was ich anschauen möchte. Zu groß ist die Gefahr, dass ich nur irgendeinen Blödsinn zu sehen bekomme, der mich mehr aufregt als entspannt. Beim letzten Mal stand aber ein recht vielversprechender Film auf dem Programm: ein Politthriller, der sich mit dem Thema Atomenergie beschäftigt. Kann mensch ja mal machen, oder?

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Über den Wolken … hört die Freiheit auf

Es ist nicht so, dass ich auf graue Wolken stehe. Im Gegenteil. Auch mir drückt die deutsche Durchschnitts-Wetterlage in der kalten Jahreszeit schon mal auf die Stimmung. Trotzdem würde es für mich nicht mehr in Frage kommen, einfach in einen Flieger zu setzen und mir ein paar „schöne“ Tage am Strand zu machen. Selbst wenn ich es mögen würde, stundenlang in der Sonne zu braten, wären ein Wochenend-Trip nach Mallorca oder der Pauschal-Urlaub an der spanischen Mittelmeerküste keine Option. Denn Reisen mit dem Flugzeug gehören für mich der Vergangenheit an.

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Gemeinsame Ökonomie: Ungleiche an gedeckten Tischen

Es mutet schon ein wenig paradox an: Ich sitze in einer Vorlesung und lasse mir die Grundlagen der Volkswirtschaftslehre erklären. Das ist nicht sonderlich kompliziert und klingt auf den ersten Blick auch alles relativ logisch. Verlasse ich allerdings den Hörsaal, bekommt diese Logik gewaltige Risse – und das gleich aus zwei Gründen.

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Das Unmögliche fordern

Es ist ziemlich genau zwei Jahre her, dass ich in meine erste eigene Wohnung gezogen bin. Nachdem ich meine ersten Studentenjahre ganz klassisch in den entsprechenden WGs verbracht hatte, trieb es mich in die selbst gewählte Einsamkeit. Und ich war unglaublich glücklich damit: Ein Badezimmer ganz für mich allein, kein notgedrungener Small-Talk, kein Ärger wegen Müll, Kühlschrank oder Müll im Kühlschrank. Klar, es war eine schöne Zeit und ich habe viele nette Menschen kennengelernt. Aber ich hatte genug, ich musste etwas ändern.

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Kommune: Eine bewusste Entscheidung

Ich musste viele Fragen beantworten in letzter Zeit: Was ist denn eine Kommune? Hast du noch ein eigenes Zimmer? Wie viele Menschen leben dort? Und wie funktioniert denn bitte gemeinsame Ökonomie? Meistens konnte ich relativ fundiert antworten, schließlich hatte ich mich mit dem Thema schon eine Weile auseinandergesetzt. Und schließlich stand nun mein Umzug in eine solche Kommune an – da sollte ich schon ein wenig Bescheid wissen über die Rahmenbedingungen. Eine Frage hörte ich allerdings kaum: Warum machst du das? Dabei ist das doch vielleicht die wichtigste aller Fragen…

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Gemeinsam ackern

Jedes Mal fühle ich mich aufs Neue erschlagen: diese riesige Auswahl, die vielen Kisten, die großen Angebotsschilder. Geht es hier wirklich noch um Lebensmittel? Um unsere Ernährung? Um Natur? Ich befürchte nicht. Wie so viele unserer Bedürfnisse gehorcht auch unsere Versorgung mit frischem Obst und Gemüse inzwischen den Gesetzen des Marktes.

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Alles für alle und zwar umsonst!

Es ist so naheliegend und doch für viele erst einmal gewöhnungsbedürftig: Einkaufen ohne Geld. Wie soll das gehen? Braucht es nicht irgendeine Gegenleistung, wenn ich ein Produkt mit nach Hause nehme? Muss ich mich nicht rechtfertigen, warum ich etwas brauche?

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