Die Sache mit den Tropfen

Es ist ein altbekanntes Spiel: Ist das Glas halb leer oder halb voll? Sollen wir uns mit kleinen Schritten zufrieden geben oder gleich aufs Ganze gehen? Vielleicht ist auch der Weg schon das Ziel? Immer wieder werden Aktivist*innen, Bewegungen und NGOs mit solchen Fragen konfrontiert. Sie sollen ihren Erfolg messen – oder auch nur die Aussicht auf Erfolg. Aber geht das überhaupt? Wie soll er denn aussehen, dieser Erfolg?

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Gestatten: Die Bewegung

Es gibt Widersprüche, auf die treffe ich im Laufe des politischen Aktivismus immer wieder. Regelmäßig. Und sie scheinen sich auch niemals aufzulösen – zumindest nicht in meinem Kopf. Da ist auf der einen Seite die schier ungeheure Masse an schlechten Nachrichten, die jeden Tag auf mich einprasseln: Neue Zahlen zum verborgenen Hunger in der Dritten Welt, Berichte über die Folgen von Drohnen-Einsätze im Gaza-Krieg, Skandalmeldungen über unzumutbare Arbeitsbedingungen in Deutschland, steigende Suizidraten in Griechenland und Spanien. Im Grunde wäre eine der Meldungen schon genug, um sich den ganzen Tag darüber zu empören.

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(Noch) kein Grund zum Feiern

Es ist mal wieder soweit. Neues Jahr, neues Glück. Die Karten werden neu gemischt, alles zurück auf Anfang. Was im letzten Jahr schief gelaufen ist, gehört der Vergangenheit an. 2013 ist noch jung und hält hoffentlich ein Menge Glück parat – hoffen wir zumindest. Und so standen die Leute Silvester in den Straßen, tranken Sekt, feuerten Raketen in den Himmel und feierten. Aber warum eigentlich? Was gibt es zu feiern?

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Wünsch dir was!

Nicht, dass es mich überrascht hätte. Es war ein gewohntes Bild, das sich mir in der Einkaufsmeile der Innenstadt bot: Die shoppenden Menschenmassen bahnten sich ihren Weg durch Geschäfte, Glühweinstände, Kassen-schlangen und Einkaufstüten. Das Weihnachtsgeschäft brummte an diesem zweiten Adventswochenende. Seltsam. Irgendwie hatte ich gedacht, es wäre Krise. Oder habe ich da wohl irgendwas falsch verstanden? Sind die täglichen Hiobsbotschaften aus Brüssel und Berlin doch nicht so dramatisch, wie sie klingen? Ist doch alles in Ordnung?

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Die Massen gehen, das Gefühl bleibt

Es waren Tausende. Bestens ausgerüstet und mit einem ausgereiften Plan im Gepäck blockierten die Demonstranten die wichtigsten Kreuzungen, umzingelten die Gebäude und brachten einen großen Teil der Stadt zum Erliegen. Sie blieben friedlich – auch als die Polizei mit Tränengas und Schlagstöcken anrückte. Die Aktivisten setzten ein Zeichen, das die Welt so schnell nicht vergessen wird.

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Urlaub? Fast.

Meistens erntete ich nur ein mildes Lächeln für meine Sorge. „Was, wenn die Revolution beginnt – und ich bin nicht da?“, fragte ich mich, bevor ich Anfang September zu meiner vierwöchigen Reise durch Europa aufbrach. Schließlich sollte das Bundesverfassungsgericht über den ESM entscheiden, die Aktivisten in Madrid wollten ihr Parlament besetzen und ein großes Bündnis wollte in Deutschland für eine gerechte Umverteilung der Vermögen demonstrieren. Und was mache ich? Urlaub. Zumindest fast.

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Versuch’s mal anders!

Schon das Titelbild der aktuellen Freitag-Ausgabe hat mich abgeschreckt. „Versuch’s mal mit Gewalt“ steht in großen Buchstaben neben einem einsamen Aktivisten, der in seinem Zelt hockt und mit seiner rechten Hand das Peace-Zeichen in Richtung Kamera streckt. Und weiter: „Ein Jahr Occupy: Die Bewegung ist gescheitert. Muss sie radikaler werden?“

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Wir sind überall

Eigentlich wusste ich, was mich erwartet. Asambleas sind inzwischen ja kein Neuland mehr für mich: Handzeichen, Rednerliste, Moderator und Protokollant – ja, das sagt mir alles was. Trotzdem hatte ich ein mulmiges Gefühl, als ich mich nach meinem Umzug zurück in den Ruhrpott zum ersten Mal auf den Weg zum Treffen von Occupy Dortmund machte. Welchen Menschen würde ich dort wohl begegnen? Wie reagieren sie auf neue Gesichter wie meines? Werde ich mich wohl fühlen? Und werde ich mich überhaupt irgendetwas beitragen können?

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Wann werden wir (er)wachsen?

Es mutet auf den Blick ein wenig seltsam an: Eine Architektin und Ökologin, die unser Geldsystem kritisiert, ohne auch nur eine einzige Vorlesung der Wirtschaftswissenschaften besucht zu haben. Hat sie die Kompetenz oder gar das Recht, an den „Grundfestem der ökonomischen Wissenschaften“ zu rütteln? Ich denke: Ja, unbedingt.

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